Interview mit Harald Klüh
Shownotes
"Vom Storytelling zum Sinn" lautet das Motto von Harald Klüh, der in der heutigen Podcastfolge über seine Erfahrungen und Expertise im Bereich Marketing spricht.
Dabei vergleicht er unterschiedliche Marketingansätze und misst deren Wirksamkeit anhand des Sinns, den die jeweilige Strategie dem Unternehmen, dem Kunden und der Nachhaltigkeit gibt. Am Ende kommt Harald zu einem beeindruckenden Resümee…
Website von Harald Klüh:
Podcast von Harald Klüh:
https://www.podcast.de/podcast/3476735/harald-sucht-den-sinn
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Von Menschen Lernen, dem Podcast, der neugierig macht auf das, was uns wirklich weiterbringt.
00:00:08: Die Geschichten, Erfahrungen und Einsichten anderer.
00:00:12: Hier trifft Gastgeber Sven Frank auf Menschen, die etwas zu erzählen haben.
00:00:17: Experten aus unterschiedlichsten Disziplinen, inspirierende Persönlichkeiten mit ungewöhnlichen Lebenswegen oder Menschen, die durch besondere
00:00:26: Erfahrungen
00:00:27: geprägt sind.
00:00:28: Ob Wissenschaft, Kunst, Unternehmertum oder ganz persönliche Lebenslektionen, von Menschen lernen, lädt dazu ein, inspiriert, berührt und zum Nachdenken angeregt zu werden.
00:00:40: Und jetzt viel Freude mit der heutigen Folge.
00:00:59: Herzlich willkommen zur heutigen Podcast-Folge.
00:01:01: Mein heutiger Interview-Gast ist Harald Klü aus Haaret.
00:01:07: Jeder weiß, wo das ist, direkt in der Nähe von Bregens.
00:01:10: Hallo Harald, schön, dass du da bist.
00:01:13: Mein Lieber Sven, ich grüße dich und ich gebe das gleich mal zurück.
00:01:18: Schön, dass ich bei dir sein darf.
00:01:22: Du bist
00:01:23: sozusagen Exildarmstädter, haben wir gerade besprochen.
00:01:27: Du bist aus dem verhältnismäßig schönen Darmstadt in das wunderschöne Vorwerk.
00:01:36: Erzähl mal grad so ein bisschen, wer bist du und was ist so deine Geschichte?
00:01:42: Ja, lass mich kurz einsteigen mit dem kleinen Querverweis, den du eben gegeben hast zu dem möglicherweise wunderschöne Darmstadt.
00:01:52: Da will ich wenigstens ein Klammer auf, winzig kleine Story.
00:01:56: Es gibt in deiner Nähe die Stadt Worms.
00:02:01: Und es gibt in der Städteentwicklung, gibt es den Begriff der Verwarmsung von Städten.
00:02:09: Und damit ist gemeint, dass es eine wilde, gar nicht harmonische Ineinanderbringung von architektonischen Stilen meint, die insbesondere in der Nachtickszeit zu wilden Kombinationen von Stilen in den Städten geführt haben.
00:02:30: Und Darmstadt liegt da an zweiter Stelle.
00:02:34: Ist aber ein schönes Städtchen, bin dort aufgewachsen, ja.
00:02:38: und käre auch immer wieder gerne in die alte Heimat zurück.
00:02:42: Aber jetzt zu deiner Frage.
00:02:44: Muss ich ganz kurz nachhalten, da muss ich den Darmstitter Bürgermeister hier einladen, den Podcast, um über die Verwormsung von Darmstadt zu sprechen.
00:02:51: Ist dann Worms auf Platz eins oder wäre es Platz eins?
00:02:53: Ja, genau, genau.
00:02:54: Worms.
00:02:56: Vielleicht doch den Worms, Herr Bürgermeister.
00:02:58: Ich werde mich gleich nachher ans Telefon setzen und gucken, dass ich ihn hierher einlernen.
00:03:02: Das ist ja super.
00:03:03: Verwormsung.
00:03:05: Das ist ein schönes Wort, gefällt mir.
00:03:08: Ich hab das auch immer noch in Erinnerung.
00:03:11: Aber wenn man durch die beiden Städte fährt, man fühlt eine Verwandtschaft.
00:03:17: Also zumindest, was die Stadtwahrnehmung angeht.
00:03:21: Aus Historie mit in Darmstadt im Schloss.
00:03:24: Und dann gibt's ja in Worms auch das eine oder andere historische Gebäude, was auch in der christlichen Geschichte eine Rolle spielte.
00:03:33: Und, und, und.
00:03:36: Die beiden Städte sind schon sehr ähnlich.
00:03:38: Bis aufs Wasser, das fehlt der Armstadt natürlich.
00:03:43: Ja, okay.
00:03:44: Und da bist du geboren, aufgewachsen, das dein Jugend verbracht?
00:03:48: Genau.
00:03:51: Weil du gesagt hast, erzählt bist, was über deine Geschichte, die ist ganz schnell erzählt.
00:03:56: Ich habe im Grunde mehrere Leben gelebt.
00:03:59: Das erste war der Fußballer.
00:04:01: Ich habe meine gesamte Jugendfußball gespielt und war da auch einigermaßen erfolgreich.
00:04:08: Ich habe sie aber nie in die interessante Ebene geschafft.
00:04:12: Die nächste Phase war dann der Musiker.
00:04:15: Ich habe sehr früh, ich glaube mit siebzehn oder achtzehn, schon den Plattenvertrag unterschrieben, war da drei Jahre.
00:04:26: Profimusiker, Schlagzeug, Klaviergesang, war auch eine hochinteressante Zeit, war viel auf Tour.
00:04:36: Irgendwann ging aber dann das Geld aus, weil die Plattenfirma, die mich unter Vertrag hatte, irgendwie pleite ging.
00:04:46: Dann war ich bei der Bundeswehr, das war dann auch noch so eine interessante Phase, von dort direkt ins Studium für Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Darmstadt und aus dem Studium heraus.
00:05:02: Wir waren so drei, vier Leute im Studium, Studenten, die sich gut verstanden und wir hatten zwei Professoren, mit denen wir uns gut verstanden hatten.
00:05:13: Und dann hatten die Professoren irgendwann gefragt, sie hätten da zwei, drei Aufträge zu vergeben, ob wir nicht Lust hätten.
00:05:24: Die Lust hatten wir, das hatten wir dann gemacht und haden uns dann auch im zweiten Semester mit einem dieser Professoren selbstständig gemacht, haben unsere Agentur gegründet, und diese Agentur, die lebte dann bis zum Jahr two-tausend acht, wurde einigermaßen groß und erfolgreich.
00:05:48: Es war hochinteressante Zeit, da habe ich im Grunde auch meine Liebe für Design und Marketing, weil ich sage mal Kommunikationsdesign, das Wort Design steckt zwar drin, aber da geht es eigentlich eher um wie gestalte ich die Botschaft, damit sie beim Gegenüber ankommt.
00:06:09: Aber in der Agenturzeit habe ich dann auch meine Liebe zum tatsächlich zum Design, zum Gestalten, zum Texten, zur Markenentwicklung.
00:06:20: Irgendwie sind wir da reingeflogen in die Marken- und auch Namensentwicklung.
00:06:26: Und jetzt muss ich dazu sagen, das, was mich immer fasziniert hat an dem Beruf ist, du bist an der Speerspitze der Unternehmen dabei.
00:06:34: Also wenn es darum geht neue Magen zu entwickeln, dann sind das meistens auch neue Produkte.
00:06:40: Und die neuen Produkte sind dann meistens auch die Innovation dieser Unternehmen.
00:06:44: Und da steckt auch, es mussten jetzt nicht unbedingt auch immer Produkte sein, es konnten auch neue Geschäftsmodelle sein.
00:06:52: Naja, so und da bin ich in diese Geschichte reingerutscht und das macht einen Riesenspaß, diese Babys zu entwickeln.
00:07:02: Wie ich sagte, das geht von der Namensgebung, hat wirklich was mit Elternzeit.
00:07:09: Man bringt diese Babys auf die Welt, man gibt ihnen einen Namen, man zieht sie an, man gibt ihnen Werte mit auf den Weg.
00:07:17: Schönes Bild,
00:07:19: ja.
00:07:22: Ich fand dann irgendwann allerdings, es ist super schade, diese Babys nach... Ich sage es mal, eins, zwei Jahren so Adoption freigeben zu müssen.
00:07:35: Weil dann dann übergibt man das im Unternehmen und dann hat man im Grunde als Agentur ja nichts mehr damit entwickelt.
00:07:41: Ja, man weiß nicht, was die damit machen.
00:07:43: Genau.
00:07:44: Machen sie es.
00:07:44: Machen sie es.
00:07:46: Ja, so wie bleiben wir bei dem Bild, du gibst das Kind in die Kita.
00:07:50: Und dann ist die Erzieherin den ganzen Tag da.
00:07:51: Jetzt ist die Frage, was, was erlebt mein Kind?
00:07:55: Ja, dann in diesem Unternehmen.
00:07:57: Genau.
00:07:58: Genau so.
00:07:59: Genau so.
00:08:00: Also manchmal hat man ein ungutes Gefühl gehabt, so nach dem Motto, man hat da viel Arbeit reingesteckt und auch viel Herzblut.
00:08:07: Und dann war es teilweise auch so, dass ich das Gefühl hatte, hätte ich jetzt nicht entschieden oder hätte ich jetzt anders gemacht.
00:08:19: Und also um es kurz zu machen, dann gab es irgendwie in dem Jahr, ich arbeitete unter anderem auch für die Firma Wirt.
00:08:29: in Künstelsau und dann rief irgendjemand von Wirt an und gesagt, Herr Haraldsach, könntest du dir vorstellen, wir suchen dafür eines unserer Tochterunternehmen in Österreich jemand, der dort für die Marke und für Marketing und Kommunikation Verantwortung übernimmt.
00:08:48: Könntest du dir vorstellen, die Seite zu wechseln?
00:08:53: Und dann habe ich so gedacht, ja, ja, ja, ja, ja, also ... Du hast jetzt zweiundzwanzig Jahre Selbstständigkeit hinter dir.
00:09:02: Aber mich reite der Gedanke Sven, dass ich mal ein Baby nicht zur Adoption freigeben muss, sondern dass ich es begleiten kann.
00:09:14: Der Gedanke, den fand ich interessant.
00:09:16: Insbesondere, weil die Würzler mir sagten, es ist eine schwierige Mängellage.
00:09:21: Das sind drei Marken, die werden verschmolzen zu einer.
00:09:27: Da gilt es auch die Leute und die Kultur.
00:09:30: Ich fand das extrem reizvoll.
00:09:32: War mir aber nicht sicher, ob ich nach zwanzig Jahren machen würde, was ich will.
00:09:38: Also, wann ich gearbeitet habe, ob morgens, mittags, abends, nachts, wurscht.
00:09:44: Wann ich in Urlaub ging oder wenn ich bei meinen Kindern bei irgendwelchen Aufführungen dabei war, hat niemand interessiert.
00:09:52: Hauptsache, die Projekte waren erfolgreich.
00:09:54: Jetzt sollte ich mich dann in eine konzernähnliche Struktur eingliedern.
00:10:02: War ich mir nicht sicher.
00:10:04: Und bin dann erstmal in Voralberg ins Hotel.
00:10:11: Und um die Geschichte kurz zu machen, hab dann nach vier Wochen, hab dann die Hotelbesitzerin, die hab ich dann kennengelernt, hab gesagt sie Bille, mach mir doch mal ein Angebot für drei Monate, sei sie gut.
00:10:23: Mach mir doch mal ein Angebot für ein halbes Jahr, mach mir mal ein Angebot für ein Jahr, also Sven ums kurz zu machen, ich war sieben Jahre im Hotel, weil ich nicht wusste... Ich war mir immer noch nicht sicher, ob es funktionieren würde.
00:10:40: Das war das beste Geschäft für die Sibyler, ne?
00:10:44: Definitiv.
00:10:46: Sagt mal den Namen des Hotels.
00:10:47: Wenn man sieben Jahre im Hotel wohnt, da muss das Hotel gut sein, wie gut im Frühstück.
00:10:51: Welches Hotel war es denn?
00:10:53: Also das war das Business Hotel Vierundzwanzig Sieben.
00:10:56: Ich glaube, es hat jetzt den Namen geändert.
00:10:58: In Götzis, in Voralberg.
00:11:00: Aber dann war ich auch noch, weil da gab es dann Inhaberwechsel im Hotel am Garnmarkt in Götze.
00:11:07: Also die beiden, das waren meine beiden zu Hause.
00:11:10: Ich kann das auch noch jedem empfehlen, weil die Leute immer gesagt haben, wieso nimmst du dir eigentlich kein Zimmer da?
00:11:15: Und da habe ich immer gesagt, Leute.
00:11:19: Nein, wenn ihr das einmal mitgemacht habt, die Udo Lindenberg Nummer, das will man nie mehr missen.
00:11:27: Und habe ich gesagt, es ist auch finanziell gar nicht so schlimm.
00:11:30: Ich hatte natürlich einen sensationellen Preis ausgehandelt.
00:11:33: Ich hatte das größte Zimmer im Hotel.
00:11:36: Ich hatte meine Einrichtung dabei.
00:11:39: Also ich hatte meine Bibliothek.
00:11:41: Das hat mein Klavier mit.
00:11:43: Das war komplett ausgestattet.
00:11:46: Und jetzt musste ich nur überlegen, du hast Frühstück.
00:11:50: Du kriegst jeden Tags Zimmer sauber gemacht, du kannst auch die Wäsche in die Wäscherei geben.
00:11:54: Du hast deine Tiefgarage, du hast WLAN, du hast Fernseher, du hast Sky, du hast... Was ich damit sagen will, das hätte ich niemals.
00:12:03: Ich glaube, ich habe damals, das darf man ja nicht so laut sein, glaube ich, ca.
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00:12:19: Einigermaßen akzeptables anderthalb zwei Zimmer-Apartment in Vorarlberg.
00:12:29: Absolut, ja.
00:12:30: Naja, du
00:12:30: kriegst noch nicht mal mehr Niedersachsen heutzutage.
00:12:34: Ich glaube, das hat sich überall angeglichen.
00:12:37: Aber ich blieb dann, fünfzehn, sechzehn Jahre bei Gras.
00:12:42: Das war das Tochterunternehmen von Wirt.
00:12:45: Super tolle Aufgabe.
00:12:47: Und ich muss sagen, So wie ich sagte, irgendwann mutierte auch meine Tätigkeit weit über das hinaus, was eigentlich ein Markenmanager oder ein... ein Kommunikationsmanager macht, weil ich war dann mittendrin im Innovationsmanagement in den Innovationsprozessen.
00:13:10: Was entwickeln wir für Produkte?
00:13:13: Wir haben eine Abteilung für Vorentwicklung auf die Beine gestellt, haben ganz neue Businesses angedacht.
00:13:21: Es war einfach ein weites Feld und ich konnte endlich mal eine Marke bis ins Studium begleiten.
00:13:32: Das hat einen echten Spaß gemacht.
00:13:33: Ja.
00:13:35: Schön.
00:13:36: Das heißt, du bist spezialisiert darauf, einfach Marken zu entwickeln und weißt jetzt auch, wie man sie nicht nur entwickelt und zum Laufen bringt, sondern eben auch groß macht.
00:13:47: Ja.
00:13:48: Wenn wir jetzt, wenn jetzt hier jemanden zuhört, der jetzt gerade darüber nach den neuen Marken zu entwickeln, was würdest du sagen, ist die eine Sache.
00:13:56: die er machen sollte, die alles andere leichter und überflüssiger
00:13:59: macht?
00:14:01: Ja, das ist im Grunde ganz simpel erklärt.
00:14:04: Das wäre jetzt sozusagen der dritte Schritt.
00:14:08: Ich bin irgendwann dann raus bei Gras und habe mich dem Frank Doppelhalter angeschlossen.
00:14:14: Der Frank ist ein alter Werbe, eine Werbeikone, der hat die größte deutsche Agentur viele Jahre geleitet und ist dann von dort als Kreativer.
00:14:27: zur Handelsblatt und Wirtschaftswoche gewechselt als CEO.
00:14:36: Und der hat sich dann vor fünf Jahren selbstständig gemacht mit einem Unternehmen, was Human Unlimited heißt und wo es darum geht, wie der Name schon so ein bisschen anregt.
00:14:45: Wie kann man Leute in Unternehmen begeistern?
00:14:51: Und er nennt sich Perpesagentur oder Unternehmensberatung, wo so ein bisschen auch auf den Sinn abzielt.
00:14:59: Und ich fand die Idee dahinter, dass Unternehmen viel weiter denken sollten, als nur bis zu ihrem Produkt.
00:15:08: Sondern wenn man etwas macht, was, ich sage es mal, den Menschen da draußen, den Endverbraucher, das Leben erleichtert, also nicht nur einen Nutzen bringt, sondern tatsächlich auch das Leben erleichtert.
00:15:29: Und wenn man zeitgleich dann auch ein bisschen auf die Wirkung auf dem Planeten oder auf die möglichst geringe Einwirkung auf unseren Planeten Rücksicht nimmt, dann kann man Leute, in dem Fall Mitarbeiter und auch Kunden und Kundinnen begeistern.
00:15:53: Und ich glaube, das ist das eine Ding.
00:15:55: Der Name und das ganze Drumrum, das ist für mich mittlerweile eigentlich eher, ich sage es immer, der Standard.
00:16:02: Den kann man heute auch von ChatGPT entwickeln lassen und kann dann sagen, machen wir doch mal einen Vorschlag, machen wir Grafik, machen wir eine Namensentwicklung.
00:16:13: Jetzt muss man dazu sagen, man kriegt natürlich von der KI nichts, was heraussticht, weil das hat, glaube ich, schon jeder kapiert.
00:16:22: Alles, was die KI bringt, ist eine Summe dessen, was es schon gibt.
00:16:28: Das heißt, man bekommt eigentlich das Mainstream, den Mainstream-Output schlechthin.
00:16:35: Der piekt weder nach oben noch nach unten irgendwie groß aus, der bewegt sich sehr nah an.
00:16:42: an der Mitte, also am Durchschnitt.
00:16:46: Jetzt ist der Durchschnitt genau das Gegenteil von dem, was man für Magen gebrauchen kann, weil Magen müssen polarisieren.
00:16:54: Also wer nicht polarisiert, fällt nicht auf, über den wird nicht gesprochen.
00:17:01: Also insofern sage ich, es gibt ganz viele kleine Rädchen, an denen man wunderbar drehen kann, um Magen interessant zu machen.
00:17:12: und dann auch für die Menschen interessant zu machen.
00:17:15: Denn am Ende des Tages ist jedes Business, People-Business.
00:17:21: Brauchen wir nicht darüber reden.
00:17:22: Na klar.
00:17:23: Demapolarisierung, da hatte ja Benneten vor Jahrzehnten mal eine ziemlich heftige Kampagne, die von vielen auch als geschmacklos betrachtet wurde, wo sie Sterbende und sowas abgebildet hatten.
00:17:36: Kennst du da ein bisschen die Hintergründe, wie es dazu kam?
00:17:40: Ob derjenige, der damals dafür verantwortlich war, seinen Arbeitsplatz dann behalten hat oder ob das tatsächlich zu heftig für das Unternehmen wurde?
00:17:50: Also ich will es mal so sagen, es war in einer Zeit, wenn mich nicht alles täuscht, war das in den Neunzigern.
00:17:58: Das war zu einer Zeit, wo das ging.
00:18:02: Also da ging ja noch viel mehr.
00:18:04: Also da haben irgendwelche Nackte, Mädels neben Biergläsern auf irgendwelchen Großflächenplakaten gestrahlt.
00:18:16: Ja.
00:18:17: Also ich sage es mal, die Branche hat schon viel Geschmackloses auf die Welt gebracht.
00:18:21: Auf der anderen Seite gibt es in der Psychologie und es ist das, womit ich mich jetzt die letzten Jahre eigentlich intensiv auseinander gesetzt habe.
00:18:28: Was passiert eigentlich hier?
00:18:30: Also das Neuromarketing ist ein hochinteressantes Feld.
00:18:35: Was passiert eigentlich im Gehirn?
00:18:39: Und da sind wir heute einen Schritt weiter, dass wir sagen können, Alles, was negativ ist, wirkt siebenmal stärker als alles, was positiv ist.
00:18:55: Das ist eine bittere Erkenntnis, ist aber im Grunde auf unser, ich sage es mal, eher steinzeitliches Gehirn zurückzuführen.
00:19:02: Das hört sich jetzt irgendwie despektierlich an, ist nicht so gemeint, ist einfach eine Tatsache.
00:19:07: Irgendwer hat das letzte auf den Punkt gebracht, wir, die Menschheit, also der Homo Sapiens, den gibt es jetzt seit Zehntausend Generationen.
00:19:16: dreihunderttausend Jahre.
00:19:19: Und es gibt eine Generation, die jetzt vor dem Computer saß.
00:19:26: Also das Verhältnis von zehntausend zu eins zeigt auch auf, es wird noch ein paar Generationen brauchen bis unser Gehirn, unser gesamtes System, sich adaptiert aus der Evolution.
00:19:41: So funktioniert Evolution, das ist Hepschenweise.
00:19:46: werden wir uns verändern.
00:19:47: Das heißt, momentan haben wir noch unser Steinzeitgehiernis.
00:19:50: Es reagiert auf moderne Reize mit alten Mustern.
00:19:57: Und die führen teilweise ganz bizarr zu völlig schrägen Reaktionen.
00:20:05: Da gehört dazu, dass wir beispielsweise das allein das Wort Veränderung Das gleiche Areal aktiviert, wie wenn uns jemand mit dem Messer sticht.
00:20:18: Also Veränderung ist für das Gehirn sofort Gefahr.
00:20:23: Da könnte was Negatives dabei sein.
00:20:25: Das könnte der Säbelzahntiger hinterm Baum hervor springen und so reagieren wir.
00:20:30: Also da ist sofort der Fluchtimpuls aktiviert.
00:20:34: Ich habe schon gesagt, wenn ich die erkennt ist, deswegen hatte ich dir auch im Vorgespräch gesagt, ich habe mich in meinem Beruf noch mal verliebt vor drei Jahren.
00:20:42: Genau deswegen, weil diese Aspekte, die hätte ich gerne schon vor jetzig Jahren gewusst, weil dann hätte ich es mir in vielen Unternehmen viel einfacher machen können, weil ich gewusst hätte, die Leute bremsen nicht.
00:20:59: weil sie keine Lust haben und die Leute bremsen nicht oder versuchen das alte zu bewahren oder sich am alten fest zu klammern, weil sie das viel besser und sinnvoller finden, sondern weil ihr Gehirn ganz simplerweise so reagiert.
00:21:16: Also das heißt, sie haben eigentlich eine normale Reaktion gezeigt.
00:21:20: Also das sind Dinge, die das fasziniert mich.
00:21:25: Jeden Tag aufs Neue, weil man lernt hier und da noch was dazu und möglicherweise hätte ich das eine oder andere in der Vergangenheit auch anders gemacht.
00:21:36: Das heißt, wenn du jetzt über solche Sachen sprichst, wo holst du dir dann deine Ideen, deine Kreativität, dein neues Wissen her?
00:21:44: Was sind so deine Quellen?
00:21:46: Ich meine, du bist ein alter Hasen in dem Bereich, der macht keiner was vor.
00:21:50: Also, wenn dir seiner Kompon sagt, ja, gib doch mal bei Chatchity PT ein, mach mir ein neues Logo, dann lächelst du nur müde und sagst, ja, das Anfängerprogramm, ich hab in der Werbe und Marken Branche schon mehr vergessen, als du jemals lernen wirst in deinem Leben, ja.
00:22:09: Aber wo sind so deine Quellen, wo du dir noch neuen Input ziehst, Herr Reit?
00:22:16: Also, das war einerseits, dass ich festgestellt habe, dass der Sinn eine komplett neue Wendung geben kann.
00:22:27: Ich habe es deswegen genannt, ich möchte eigentlich die Marken vom Storytelling zum Sinn führen.
00:22:34: Das ist das, was ich vorhin meinte, weil ich auch glaube und der Überzeugung bin, dass der Sinn sowohl den Mitarbeitern wie auch den Kundinnen und Kunden ein ganz anderes Verhältnis zu einer Marge schaffen kann.
00:22:52: Das birgt auch riesig logischerweise, weil wer da Washing betreibt, also Sinnwashing, nenne ich es jetzt mal, der wird zu Grunde gehen.
00:23:07: Weil es gibt eine Währung, die in der Magenwelt die höchste ist.
00:23:16: Das ist Vertrauen.
00:23:18: Wenn man das Vertrauen verliert, dann ist die Marke tot.
00:23:22: Also man kann es fast nicht mehr aufholen.
00:23:25: Also ich sage immer, das ist wie dieses berühmte Diener Vierblatt.
00:23:32: Wenn man vertraut ist, dass die Diener Vierblatt so ist, wenn es einmal zerkneuelt wurde, dann kannst du machen, was du willst.
00:23:41: Du kannst mit Blügeleisen, du kannst nass machen, trocknen, du wirst nie mehr.
00:23:47: in den Originalzustand zurückversetzen.
00:23:50: Und das ist das, was ich den Menschen rund um die Marken auch immer mit auf den Weg gebe.
00:23:55: Ihr könnt Entscheidungen drehen, wie ihr wollt.
00:23:59: Denkt nur daran, dass ihr euer Diener Vierblatt nie mehr glatt bekommt.
00:24:03: Also, wenn da Falten rein kommen.
00:24:05: Aus welchem Grund auch immer.
00:24:08: Also, da sollte man aufpassen.
00:24:10: Und wenn aber jemand es schafft, das Vertrauen, weiter aufzubauen, dann ist das genau das, was ich immer sage.
00:24:17: Auch jetzt mit der KI.
00:24:19: Ihr könnt alles simulieren.
00:24:21: Ihr könnt auch so tun, als wert ihr großen.
00:24:24: Ihr könnt so tun, als wert ihr die besten.
00:24:26: Ich habe gesagt, Marke ist etwas, das geschieht nicht innerhalb von drei, vier Jahren.
00:24:32: Ich behaupte auch, Magen entwickeln sich nicht in zehn Jahren.
00:24:36: Die entwickeln sich in dreißig.
00:24:39: Also wenn du heute schaust, wie Apple da steht, dann hat das eine Historie und Google genauso und ganz viele große Marken.
00:24:50: Das ist eine
00:24:52: Geschichte,
00:24:53: die man als Verbraucher mit den Magen gemeinsam hat.
00:24:57: Du hast die genauso wie ich auch.
00:24:59: Ja, also wenn wir Nutella hören, dann haben wir Kindheitserinnerungen an Nutella oder an, ich sage immer, an mein Nivea-Ball, denn unsere Mutter immer in den Sommerurlaub mitgenommen hat.
00:25:12: Genau.
00:25:12: Das
00:25:12: sind Dinge, mit denen sind wir aufgewachsen.
00:25:15: Mit zu denen haben wir eine ganz andere... Intensivere Beziehung als zu allem, was jetzt irgendwie letzten zwei Jahre auf die Welt gekommen ist.
00:25:23: Und bei Nutella kann man ja tatsächlich auch über den Sinn diskutieren.
00:25:27: Also Nutella ist ja ein Produkt, das braucht kein Mensch.
00:25:30: Weißt du?
00:25:31: Und die haben es geschafft, dass die in sämtlichen Kreppständen dominieren.
00:25:37: Ich habe mich mal mit so einer Frau unterhalten, die so in so einer Organisation ist.
00:25:42: Da sind verschiedene Kreppstandbetreiber unter einem Dach.
00:25:46: Die benutzen alle nur die Produkte von Ferrero.
00:25:50: Also sagen die Leute, essen die Alternativprodukte nicht.
00:25:53: Und dann habe ich gefragt, ob sie dann wenigstens von Ferrero irgendwie Freiprodukte oder Sonderkonditionen bekommen.
00:26:00: und dann sagen die, nee, weil die das nicht nötig haben.
00:26:03: Ja, so das heißt.
00:26:05: Diese ganze Produktpalette von Ferrero, die so unter dem Kinder-Logo ist, also die Marke Kinder ist ja auch clever gewählt.
00:26:16: Das ist eigentlich ein Produkt, das kein Mensch braucht, völlig sinnlos ist, nachgewiesener Maßen für die Gesundheit null Nutzen bringt.
00:26:28: Und trotzdem haben die es geschafft, wir sind jetzt beide schon über zwanzig, die letzten Jahre zu überleben, die letzten Jahrzehnte und werden immer mehr.
00:26:40: Und das finde ich spannend, weil da offensichtlich irgendwelche biochemischen Vorgänge im Körper getrickert werden, die an die Muttermilche erinnern oder keine Ahnung, die ist einfach zu so einer Art Liebe von dem Suchtpotenzial führen.
00:26:59: Also Sven, das sieht man beim entscheidenden Punkt.
00:27:02: Lass mich noch kurz seine Frage von vorher noch beantworten, weil sie ganz schnell beantwortet ist.
00:27:08: Auf die Frage, wo hole ich denn, wo hole ich mir denn das Wissen her?
00:27:14: Da ich ein hochneugieriger Mensch bin, lese ich mir einen Wolf.
00:27:22: Ich habe immer die Augen auf und, wie du weißt, habe ich ja auch ein Podcast.
00:27:26: Das heißt, auch da habe ich immer mal Leute zu Gast, die etwas zu erzählen haben.
00:27:35: Da geht es um Harald Sucht den Sinn.
00:27:36: Also ich suche Menschen, die mir ihre Sinngeschichte erzählen, also wie sie zum Sinn gekommen sind.
00:27:43: Also da gibt es logischerweise auch ganz viel Input.
00:27:47: Und ich versuche es, immer zu verknüpfen.
00:27:49: Und das ist das, was ich auch versuche, den Studenten immer mit auf den Weg zu geben, dass ich sage, wenn ihr Lücken in eurem Wissen feststellt und ihr bekommt dieses Puzzlestück, dann wisst ihr genau, wo das hingehört, weil es hat ja gefehlt die ganze Zeit.
00:28:11: Und das bleibt auch da drin.
00:28:12: Ihr werdet das nicht mehr vergessen.
00:28:14: Also das heißt, wenn ihr euch Euer Wissen anheignet und ihr stellt Lücken fest.
00:28:21: Dann geht auf die Suche nach diesen Puzzlestücken.
00:28:25: Sie werden euch begegnen.
00:28:26: Und wenn sie euch begegnen, dann werdet ihr die nie mehr vergessen.
00:28:30: Weil ihr könnt es sofort da einsortieren, wo sie hingehören.
00:28:33: So geht es mir im Grunde.
00:28:35: Und dann kommen natürlich noch so Situationen, wo ich immer sage, Goethe sagt immer oder sagte.
00:28:44: Wenn ihr euch mit etwas beschäftigt, dann entwickelt diese Sache ihre Energie.
00:28:51: Find ich ein sehr schönes Bild und das stimmt.
00:28:55: Also ich kann es bestätigen.
00:28:56: und dann kommt auch was, wenn du mit der großen Taschenlampe in ein dunkles Gebäude reingehst, dann passiert doch ganz logischerweise, dass du plötzlich Dinge entdeckst, die du vorher nicht gesehen hast.
00:29:14: weil du nicht mit der Taschenlampe drin warst und du hast auch da nicht angefangen rumzuleuchen.
00:29:19: Das heißt, wenn du irgendwo reingehst, egal in welches Thema und du machst die Taschenlampe an und du fängst an den Raum auszuleuchen, dann wirst du was finden.
00:29:32: Also ich kann es nur jedem naheliegend das zu tun.
00:29:38: Und jetzt zu deinem Nutella Beispiel.
00:29:40: Das ist jetzt das Paradebeispiel dafür, was Meines Erachtens zukünftig anders laufen muss als bisher.
00:29:51: Ich will jetzt da niemand rausgreifen, nicht speziell auf Nutella eingehen.
00:29:55: nochmal, weil ich esse Nutella genauso gern und noch immer.
00:30:01: Das hat damit gar nichts zu tun oder mit Alter nichts zu tun.
00:30:06: Ich finde nur, wir haben als Gesellschaft einen Fehler gemacht.
00:30:13: dass wir es zulassen, dass in unseren Supermärkten auf Höhe der Kinderaugen das ungesündeste Zeug platziert werden darf, an der Krasse, überall da, wo sich Kinder etwas länger aufhalten im Supermarkt.
00:30:36: So, und dann sage ich immer, Leute, Ihr würdet es doch bitte weder mit Zigaretten noch mit Alkohol tun, aber die Wirkung von dem Süßkram ist exakt die gleiche.
00:30:49: Also das heißt, der Zucker ist genauso schädlich wie Weinbier, Schnaps und Zigaretten.
00:31:00: So, und jetzt will ich die Liste nur fortsetzen, weil es gibt noch ganz eine Einsamkeit, by the way, ist genauso schädlich wie Rauchen, Alkohol und Zucker.
00:31:12: Also es gibt noch ganz andere Dinge, die wir angehen sollten als Gesellschaft.
00:31:16: Ich halte es nur nicht für sinnvoll, jetzt nur wieder bei dem Thema, dass wir diesen Weg fortschreiten.
00:31:24: Jetzt will man doch mal ganz ehrlich, wie kam es dann überhaupt zu der Nutella-Geschichte?
00:31:29: Oder auch zu Langnäse und dem ganzen Kram?
00:31:33: Weil unsere Eltern, ohne ihnen daraus einen Vorwurf zu machen, das haben wir alle gemacht.
00:31:39: So wie alle auch im Auto geraucht haben, wenn die Kinder dabei waren.
00:31:43: Da hat keiner drüber nachgedacht.
00:31:44: Es hat auch jeder als best ins Haus eingebaut.
00:31:47: Also ich mache niemanden vor, solange der Stand des Wissens... Der ist, der er ist, dann macht man das, was ich sage jetzt mal verantwortbar ist.
00:31:57: Jetzt hat sich aber der Stand des Wissens verändert und dann halte ich es doch für unverantwortlich, wenn wir dann den Stand des Wissens nicht in unsere gesellschaftlichen in den Habitus integrieren.
00:32:13: Und unsere Mütter waren so, also wenn da jetzt eine Stunde auf dem Hosenboden sitzen bleibt, dann kriegst du ein
00:32:21: Eis.
00:32:23: Also wir wurden mit Süßigkeiten belohnt.
00:32:28: Jede Tante, die zu Besuch kam, hat einen Überraschungsein mitgebracht.
00:32:33: oder Schokolade oder oder oder oder.
00:32:37: Wir wurden
00:32:38: mit Süßigkeiten Domestiziert und das tun wir heute noch.
00:32:44: Also das mache ich ja genauso so nach dem Motoreis.
00:32:47: Komm, jetzt gehst noch ein Eis essen.
00:32:49: Ich belohne mich selbst mit genau den gleichen Dingen, die wir als Kinder sozusagen erlebt haben.
00:32:58: Aber deswegen sind sie nicht richtig.
00:33:00: Weil es einen massiven Unterschied gibt zwischen Fakten und der eigene Meinung.
00:33:04: Die Fakten sind, das Zeug macht mich krank, dick und süchtig.
00:33:09: Und die Meinung ist, das habe ich mir jetzt verdient.
00:33:12: Ja.
00:33:12: Und die Meinung und die Fakten können sich nie auf Augenhöhe begegnen.
00:33:16: Und zwei für zwei gewinnt einfach die Meinung.
00:33:18: Das ist halt das Problem.
00:33:20: Immer.
00:33:21: Weil auch da wieder die Untersuchung.
00:33:24: Einhundert Prozent unserer Entscheidungen treffen wir emotional.
00:33:28: Einhundert Prozent.
00:33:30: Die Neurofreunde haben mir gesagt, wir nutzen die rationalen Argumente nur, um unsere emotionale Entscheidung begründen zu können.
00:33:40: Genau.
00:33:40: Und wenn wir Fakten finden, die dem, was wir... meine nicht entsprechen, dann können wir mittlerweile zum Glück so lange googeln, bis wir das haben.
00:33:50: Ich habe tatsächlich auch mal einen Nachweis gefunden, dass das Coronavirus-Offizier von Außerirdischen auf die Welt gesagt wurde, weil das eine Theorie war, die ich bisher noch nicht gehört hatte.
00:34:01: Und auch dafür gibt es im Internet Quellen und Nachweise, die natürlich alle hoch seriös sind.
00:34:08: Genau, genau.
00:34:09: Aber eigentlich hast du ein Basis, Ein Herzstück im wahrsten Sinne des Wortes von Markenarbeit benannt.
00:34:19: Das ist die Liebe.
00:34:21: Und das ist das Irrationale.
00:34:23: Also, Magen sind auf eine Weise irrational oder lassen uns irrational handeln, auf eine Weise irrational handeln wie nichts anderes auf der Welt.
00:34:37: Das hat die Industrie natürlich ausgenutzt, weil... Man hat das Großspurig untersucht, was Magen alles können und wie man das hinkriegen kann und wie man die Leute beeinflusst.
00:34:52: Aber so wie ich sage, dass es geht und dass es viele machen und dass es auch erfolgreich ist, ändert nichts an der Tatsache, dass es nicht richtig ist.
00:35:05: Und da finde ich den einen Satz, den habe ich sozusagen zu meinem Leitspruch gemacht, der stammt von einem der großen Akkenturbegründer in Deutschland, dem Reinhard Springer, der dann sagte, das Geld verdienen folgt aufs Richtige machen.
00:35:29: Den finde ich sehr, sehr, sehr schön.
00:35:31: Also man sollte nicht anfangen zuerst darüber nachzudenken, was könnte denn Geld für uns verdienen?
00:35:40: Also wie kann man dann Profit machen?
00:35:42: So vielleicht sollte man einfach die Reihenfolge des Konzepts verändern und fragen, was kann man denn Gutes tun?
00:35:50: Was kann man denn der Gesellschaft Gutes tun?
00:35:53: Und wenn das gut ist und gut funktioniert, wird es automatisch auch Geld verdienen.
00:36:00: Was mir gerade so kommt, das deckt sich ja auch alles mit der Weltgeschichte.
00:36:05: Wenn du in eine historische Person werden möchtest, dann ist das einfacher, wenn du irgendwelche Gräueltaten, ein Massaker oder sowas machst oder irgendein Land zerstörst, als wenn du ein guter bist.
00:36:19: Also Mutter Teresa ist da wirklich ein Ausnahmebeispiel oder Gandhi.
00:36:24: Aber so diese... diese ganzen historischen Persönlichkeit, wenn ich mir überlege, wie Napoleon in Frankreich gefeiert wird.
00:36:33: Und ich frage mich dann immer, wenn ich in Frankreich bin und das Paris, ja, in der Liedendom und so, und die schwärmen alle von Napoleon, dann sage ich, wieso eigentlich?
00:36:43: Also, ich meine, der hat euch, der hat euch, weil er die Franzosen gehasst hat als Kurse, wurde in der Schule gehänselt, hat er euch massenweise abschlachten lassen.
00:36:51: Warum feiert ihr diesen Menschen?
00:36:53: Ja, und das Paradox ist, wäre der Zweite Weltkrieg anders ausgehören würden wir heute auch jemanden feiern, der ein kleiner Österreicher war mit Spitzbad, mit so einem kleinen Oberlippenbad, weißt du?
00:37:03: Und deswegen ist die Frage, jetzt hast du ein Beispiel für ein Unternehmen, für eine Marke, mit sehr viel Sinn, mit sehr viel Benefit, mit sehr viel Nutzen, die den richtigen Weg gehen und Gerade deswegen, ich möchte nicht das Wort trotzdem verwenden, erfolgreich sein.
00:37:26: Also ich kann nur eine, mir fällt jetzt ganz spontan, weil sie jetzt auch gerade in der Diskussion ist, ja, die Trockerie Kettel DM nennen.
00:37:40: Also Christoph Walder, Werner hat so viel Menschlichkeit in dieses Unternehmen reingebracht.
00:37:52: was ich herausragend finde.
00:37:54: Wenn man ihn zuhört, ich hatte das Glück, ihn bei einer Veranstaltung mal zu treffen und ein paar Worte wechseln zu können und habe einen Vortrag von ihm gesehen.
00:38:08: Und er ist auf eine Weise revolutionär drauf.
00:38:14: Ich finde es so schade, dass ihm jetzt da ein Shitstorm entgegen weht.
00:38:23: Ganz aktuell, aber lassen wir mal raus, hat auch mit unserer Geschichte nichts zu tun.
00:38:29: Ich glaube, er hat die Marke, die er sehr früh, oder er war ja sehr früh in Verantwortung, ein junger Mensch eigentlich noch.
00:38:38: Und er hat dann so Dinge gemacht.
00:38:43: Zielvereinbarung, er hat gesagt, für ihn sind Worte viel mehr als das, was sie... als was sie wahrgenommen werden.
00:38:54: Er hat gesagt, da gab es in unserem Unternehmen immer die Zielvereinbarung.
00:38:59: Am Ende des Jahres.
00:39:01: Zielvereinbarung.
00:39:03: Und Plan ist Vergleich, so die typischen Geschichten in Konzernen.
00:39:08: Er hat gesagt, er hat das nur umbenannt und hat gesagt, wir nennen das Perspektiv-Meetings.
00:39:16: Also wir wollen mal schauen, was gibt es denn für Perspektiven für uns?
00:39:21: Und daraus leiden wir dann Schritte ab.
00:39:26: Dann hat er gesagt, er will wieder vom Unternehmen zur Unternehmung werden.
00:39:34: Weil eine Unternehmung, das macht mal gemeinsam.
00:39:38: Wir unternehmen was gemeinsam.
00:39:41: Also er will was gemeinsam mit seinen Mitarbeitern unternehmen.
00:39:46: Die sind Allies, die begleiten ihn auf dem Weg und eher sie.
00:39:51: Also was ich damit sagen will, da steckt so viel Power allein in den drei, vier Sätzen, die ich jetzt gesagt habe.
00:39:59: Das ist das, was man kann.
00:40:01: Und das ist das, was ich glaube, was auch was Sinnvolles handeln im Unternehmen verändert kann.
00:40:08: Und da ist DM sicherlich ein tolles Beispiel.
00:40:11: Der Vater von ihm, der Werner Senior, war ja auch immer sehr innovativ.
00:40:16: Er wollte ja auch für eine Konsumsteuer zum Beispiel jahrelang ausgesprochen, weil er gesagt hat, die Leute, die viel konsumieren sollen auch viel Steuern bezahlen.
00:40:24: Und was was natürlich DM einzigartig macht, in meiner Sicht im Vergleich jetzt mit den anderen Ketten wie Rossmann oder Müller, du hast immer ein Refugium, wenn du mit einem windeltragenden Kind unterwegs bist.
00:40:39: Da gibt es nämlich diese Wickelkommoden, wo du dann kostenlos dein Kind wickeln kannst mit den entsprechenden Produkten.
00:40:46: Und ich weiß nicht, wie all deine Kinder sind, aber als meine Jungs klein waren, habe ich meine Einkaufsroute so geplant, dass immer ein DM in der Nähe war.
00:40:57: Und das ist natürlich... Ein Beispiel dafür, wie man Kunden wirklich oder der Wasserspender da immer drin steht, der auch tatsächlich in neun neunzig Prozent der Tage, wenn man dort hinkommt, auch funktioniert, was ja auch andere haben, aber funktioniert nicht.
00:41:13: Und das Wasser, das sind so Kleinigkeiten.
00:41:16: Wenn es draußen dreißig Grad im Stadten hat, gehst du zum DM und kannst kostenlos Wasser trinken.
00:41:21: Da wird ein Grundbedürfnis erfüllt.
00:41:25: Wenn eine Frau gerade die Erquänge des Kind hat, eine Mutter und noch viel einkaufen muss, dann hat der M für sie die Lösung.
00:41:32: Und das Einzige, was man fehlt, ist eine kleine Cafeterie, dass man sich dann noch einen Moment entspannen kann, aber ansonsten.
00:41:38: Ja, und genau, also ja, kann ich nachvollziehen.
00:41:43: Wenn jetzt von den Podcast hören, jemand sagt, Harald möchte ich kennenlernen, mit dem möchte ich mal hier irgendwie auf sinnvolle... Markentour gehen.
00:41:54: Wo kann man dich dann im Internet finden und kontaktieren,
00:41:57: Harald?
00:41:58: Also ich sage immer, am einfachsten und am besten, weil ich das Portal auch irgendwie sinnvoll finde, ist LinkedIn.
00:42:08: Ich sage immer, da kann man wenigstens schon mal ein bisschen Information finden.
00:42:13: Dann geht es auch auf haraldklü.com oder de, wie auch immer.
00:42:19: Da sind auch ein paar Informationen geparkt.
00:42:22: Also ich denke mal Kontakt kann man in jeder, auf jede Weise und auf vielfältige Weise finden.
00:42:29: Okay, wenn man dir schreibt, du verabschiedest dich immer mit ein Lächeln.
00:42:33: Wie kam es dazu?
00:42:35: Wie kam es dazu Harald?
00:42:38: Da sind wir wieder bei der Marke.
00:42:40: Die Marke braucht immer etwas, an der man sie erkennen kann.
00:42:46: Und dann hatte ich mal mit der Ayradne von Skirach, mit der ich vernetzt, ich sag's mal ein bisschen befreundet bin.
00:42:58: Sie ist Philosophin und sie hat auch... die eine oder andere wilde Umschreibung.
00:43:08: Und sie hat mir irgendwann mal ein Brief geschrieben, das unterschrieben mit ein, ein Lächeln.
00:43:13: Und weil es bei mir sofort was ausgelöst hat, nämlich, dass ich das war und selbst gelächelt
00:43:20: habe,
00:43:21: nur weil da zwei Worte standen, dann habe ich gesagt, Das ist eine fantastische Idee, die übernehme ich.
00:43:28: Ich gebe aber auch immer die Credits an die Arianten heraus, weil mit denen will ich mich nicht schmücken.
00:43:34: Ja, die gehören hier.
00:43:37: Aber ich finde das eine fantastische Art und Weise.
00:43:39: Und das ist auch so ein Punkt.
00:43:40: Also vom Rudger Bergmann gibt es jetzt gerade ein neues Buch.
00:43:48: Das heißt Human Kind oder die deutsche Variante heißt im Grunde Gut.
00:43:55: Wo es auch so ein bisschen darum geht.
00:43:58: Wir verhaften uns immer sehr in dem Negativismus.
00:44:02: Wir sind das Negativ-Bias.
00:44:07: Das wäre in allem erstmal ein Verbrecher vermuten.
00:44:11: Und erstmal eine Bedrohung.
00:44:13: Und ich habe mir wirklich angewöhnt schon vor einigen Jahren, dass ich den Leuten mit Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber trete.
00:44:24: und versuche die Freundlichkeit in den Vordergrund zu stellen, weil ich glaube, das bewirkt was.
00:44:31: Und als ich dann noch in der Neuropsychologie gelernt habe, dass der Gebende, egal ob es ein Kompliment ist oder ein Geschenk oder Wurscht, der Gebende ist der eigentliche Gewinner aus der Situation.
00:44:50: Also der Bekommende oder Erhaltende ist eigentlich nur Second-Winner.
00:44:56: Und das fand ich hochinteressant.
00:44:57: Also wenn ich jemanden Kompliment mache, belohne ich im Grunde eigentlich mich selbst.
00:45:03: Ja, schön.
00:45:06: Gut.
00:45:07: Harald, die Zeit verfliegt.
00:45:10: Spannende Eindrücke.
00:45:12: Wasche.
00:45:13: Sehr genossen.
00:45:14: Und bei mir ist es Tradition, der Interviewgast hat das letzte Wort.
00:45:20: Also Sven, es war mir eine Freude.
00:45:24: Hat mir auch ein Spaß gemacht.
00:45:25: Ich glaube, du hörst auch an meinen Ausführungen, an meinen kleinen Geschichtchen.
00:45:33: Ich liebe das, was ich tue.
00:45:35: Das bereitet mir jeden Tag aufs Neue einen Spaß.
00:45:40: Und dieses Gefühl habe ich auch bei dir.
00:45:43: Das wollte ich jetzt nur kurz zurückgeben und es war mir eine große Freude, mich mit dir auszutauschen.
00:45:49: Ich wünsche dir alles Gute und Danke.
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