Interview mit Sabina Hirtz
Shownotes
Sabina Hirtz und ich haben und vor vielen Jahren über unsere gemeinsame Arbeit mit Hypnose kennengelernt. Wir sind uns oft auf Kongressen begegnet und haben uns zu verschiedenen Themen der Hypnosearbeit ausgetauscht. Vor wenigen Wochen schickte Sabina mir ein Exemplar ihren neuesten Buches "Laut. Stark. Leben", in dem sie von ihrer Zeit als Thrash Metal Queen schreibt und wie sie durch die Musik geprägt wurde.
Das war für mich Grund genug, sie zu einem Interview einzuladen. Ursprünglich erschien dieses Interview in meinem Speedlearning Podcast sowie in meinem Hypnose Podcast, doch in dieses Format passt es aus meiner Sicht noch viel besser.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich war sofort schockverliebt und hab das auch immer so vor mir her gesungen.
00:00:05: Das heißt, eine Ambivalenz.
00:00:08: Also das war halt schon dein Gefühl.
00:00:09: Was ich immer sag, was hat das Universum für einen vorbereitet, dass ich genau das gesehen hab und mich in Daniel Gerrera verliebte.
00:00:17: Herzlich willkommen zum Podcast von Menschen lernen.
00:00:21: Der Podcast für alle, die heute noch etwas Neues lernen möchten.
00:00:25: Ich freue mich sehr auf meinen heutigen Interview-Gast.
00:00:28: und wünsche dir viel Spaß mit dieser Folge.
00:00:32: Ja, herzlich willkommen zur heutigen Podcast-Folge.
00:00:35: Ich halte gerade das neue Buch von Sabina Klassen und Dr.
00:00:40: Nico Rose in der Hand.
00:00:41: laut stark leben zur Hölle mit den Selbstzweifeln.
00:00:44: Und es haben sich tatsächlich beide heute die Zeit genommen für dieses Interview.
00:00:49: Erst mal Ladies First.
00:00:50: Hallo Sabina.
00:00:51: Hallo
00:00:52: Sven.
00:00:52: Du bist gerade irgendwo in Schleswig-Holstein hinterm Damm.
00:00:55: Ja, Damm ist ein bisschen weit weg, aber wirklich im tiefen Schlüssel Kolstein, ja.
00:01:02: Okay.
00:01:03: Und, Dunico, du bist in Münster.
00:01:07: Genau, und auf dem Damm.
00:01:09: Und auf dem Damm.
00:01:11: Schön, prima.
00:01:13: Ja, also, wer Sabina Klassen kennt, kennt sie entweder, weil sie ... mit holy moses welt berühmt wurde oder weil sie mit dem messi team welt berühmt wurde oder weil sie mit ihrer therapeutischen praxis welt berühmt wurde.
00:01:35: wer nico rosa kennt kennt ihn entweder weil er schon mal von ihm gekocht wurde.
00:01:40: das bedeutet man ist eine weltberühmte führungskraft oder weil man seinen bestseller kennt oder weil man beim Ministerium für Schwermetall schon mal reingeschaut hat.
00:01:52: Also, wir haben hier sozusagen zwei Weltstars im Interview.
00:01:57: Wir fangen mal mit der Frage an.
00:02:00: Sabina, Nico, wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?
00:02:06: So, ich loslege, oder Ladies first, oder?
00:02:08: Genau.
00:02:09: Leg mal los.
00:02:10: Also, zusammengeführt wurden ... Worden, heißt das Wort, sind wir von Holger Hübner, von einem der Gründer von dem Backenuniversum, weil ich ihn damals war, darum gebeten habe.
00:02:23: Ich hatte in zwei, zweiundzwanzig einen Buch rausgebracht, das heißt Hard Heavy and Happy, Heavy Metal und die Kunst des guten Lebens.
00:02:30: Und da geht es im Zweifel um die Frage, wie Heavy Metal so dabei hilft, ein anständiges Leben zu führen.
00:02:39: Ich sage mal, was macht die Musik mit mir?
00:02:41: Was macht die Musik mit uns?
00:02:43: Was machen wir aber auch mit der Musik?
00:02:46: Und das ist ein bisschen autobiografisch, zum Teil aber auch ein bisschen wissenschaftlich angehaucht.
00:02:51: Es gibt tatsächlich Studien und Forschung über Heavy Metal.
00:02:55: Und mir war aber auch von Anfang an klar, dass ich das Buch gerne durch einige Interviews anreichern wollte.
00:03:01: In dem Buch sind insgesamt acht Interviews enthalten, zum Teil mit Forschern aus dem Bereich, zum Teil mit Fans, aber eben zum Teil auch mit Musikern.
00:03:10: Und ich muss gestehen, ich kannte Sabina damals gar nicht so gut, habe dann aber so ein bisschen recherchiert und eben herausgehört, dass sie neben der musikalischen Karriere auch schon seit vielen Jahren therapeutisch arbeitet und das hat mich dann sofort fasziniert.
00:03:23: Und deswegen wollte ich sie unbedingt mit einem Interview in dem Buch drin haben und das hat sie freundlicherweise auch zugesagt.
00:03:30: Und dann haben wir, glaube ich, zwei, einundzwanzig, also eigentlich noch in der fetten Corona-Phase, haben wir dann sehr ausführlich damals ein Videocall gemacht und danach haben wir uns in den Jahren auch mal wieder auf Wacken getroffen und gemerkt, dass wir uns gut verstehen und dass wir viel gemeinsam haben, dass wir aber auch viele Unterschiede haben.
00:03:47: Und dann hatte Sabina irgendwann die Idee mit dem beschreiblichen Buch, aber das muss sie erklären.
00:03:54: Genau.
00:03:54: Und du hattest ganz kurz, Nico, du hast dann irgendwo hast du erwähnt, du hättest niemals Sabinas Musik gehört früher, weil das dir, also du bist ja Heavy Metal Fan, oder sag man das so, oder bist du Heavy Metal Ikone, also als Minister?
00:04:11: Ja, das ist das
00:04:11: Sabine.
00:04:13: Okay,
00:04:13: ja.
00:04:14: Und du hättest aber dieses Trash Metal, heißt das, glaube ich, ne?
00:04:17: Hättest du nie gehört?
00:04:20: Ja, also es gibt ja unglaublich viele verschiedene Spielarten von Metal und ich bin seit dem vierzehnten Lebensjahr Metal Fan, also auch schon über dreißig Jahre, Und das hat sich bei mir musikalisch auch entwickelt.
00:04:33: Das heißt, ich höre heute auch viel, viel härtere Stile, viel, viel bösere und stellere Musik als am Anfang.
00:04:43: Was ich aber einfach sage, ist, wenn ich jetzt so als vierzehn, fünfzehnjähriger mit der Musik von Holy Moses konfrontiert worden wäre, dann wäre mir das, glaube ich, Tatsächlich damals ein paar Stufen zu hart gewesen und ich hätte, glaube ich, auch mit Sabine das Gesangstil nicht viel anfangen können.
00:04:59: Ich mochte am Anfang für so diese, im Metal gibt es ja so Judas Priest oder Iron Maiden, diese eher männlicher, hoher, euer Nuchengesang.
00:05:08: Das hat mich damals gekickt.
00:05:09: und dieses Grawlen und Screamen, was Sabrina macht, das hätte mich damals wirklich, das hätte mich nicht abgeholt.
00:05:17: Heute finde ich das gut, aber ich bin ja auch ein bisschen älter und härter geworden.
00:05:20: Er
00:05:21: hat gewonnen, ne?
00:05:23: Okay.
00:05:24: Sabina, du hast im Kindergarten schon versucht, die Menschen von deiner Stimme zu überzeugen und bist damals tatsächlich mehr auf so eine Udo Jürgens Gang gestoßen, die ich gedacht habe.
00:05:34: Das lassen wir mal besser, ja?
00:05:36: Und drücken ihre Triangel in die Hand.
00:05:39: Also, du hast ja tatsächlich auch den Untertitel.
00:05:43: in dem Buch steht ja zur Hölle mit den Selbstzweifeln und man hat ja ganz oft gesagt, singen ist nicht das, was du machen solltest, von klein
00:05:50: auf.
00:05:52: Ganz genau, da hast du Rechtswänden, das steht im Buch.
00:05:55: Ich habe mir aber auch jetzt immer nicht so viele Gedanken darüber gemacht, jetzt deswegen unbedingt wirklich dann Sängerin in einer Band zu werden, sondern das hat sich dann auch wieder eher durch Zufall ergeben, dass ich nämlich so wie es auch im Buch beschrieben ist, dass ich mehr oder weniger gezwungen worden bin an das Mikro dann damals zu gehen.
00:06:15: Und das war aber der Glückspunkt.
00:06:18: Das heißt, die Schulband, die dort im Keller des Intergymnasiums probte, hatte ihren Sänger rausgeschmissen und ich war die Freundin von dem Gitaristen.
00:06:29: Und dann hat der Bandlieder damals gesagt, du hängst hier im Proberaum rum und jetzt singst du und hat mir das Mikrofon vor die Nase gehalten.
00:06:40: und um ihm zu zeigen.
00:06:42: dass ich nicht singen kann, weil ich das immer gehört habe, habe ich da reingebrüllt und reingegrowlt und geschrien und er wollte das dann nochmal hören.
00:06:54: und nach dem zweiten Mal hat er gesagt, so wie man das in Aachen schön auf Öscherplatz sagt, das ist es.
00:07:01: Und ich habe das nicht glauben können, aber hatte schon in dem Augenblick schon dieses Gefühl eine Form der Befreiung, aber war mir auch gar nicht im Klaren darüber, dass er das jetzt wirklich ernst meinte, aber er hat es ernst gemeint und daraus habe ich dann weiter meinen Stil entwickelt.
00:07:22: Es gibt ja immer so diese Aussage, das ist der Zufall, weil es einem zufällt.
00:07:27: Würdest du sagen, dass das so ein Zufall war, dass dir einfach da irgendeiner, keine Ahnung, Wir sind ja unter uns, hört ja keiner zu.
00:07:37: Irgendwas übermenschliches, der Heavy-God, Heavy-Metal-God gesagt hat.
00:07:43: Jetzt lassen wir das Mädchen mal zufällig in diesem Proberaum sein.
00:07:47: Das ist eine ganz schöne Vorstellung und die passt eigentlich zu dem Thema Visionen.
00:07:52: Also die Vision singen zu wollen war innerlicher in mir drin.
00:07:59: Spätestens nachdem ich neunzehntundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund Noch sieben wurde in dem Jahr acht Jahre alt Daniel Girard mit einem Butterfly in der ZDF Hit-Barade gesehen habe.
00:08:15: Mit seinem Cowboy-Hut und seinen Cowboy-Stiefeln und seiner Western-Gitarre.
00:08:20: Und ich war sofort schockverliebt und habe das auch immer so vor mir her gesungen.
00:08:27: Das heißt... eine Ambivalenz.
00:08:29: Also das war halt schon dein Gefühl, was ich mir sag, was hat das Universum für einen vorbereitet, dass ich genau das gesehen hab und mich in Daniel Gerrera verliebte.
00:08:39: Und dazu halt Dieter Thomas Heck, seine Form der Moderationen, das schnelle Sprechen, was mir ja später in der Hypnose-Ausbildung bei dir auch geholfen hat, wenn man so die Ausleitung von eins bis fünfzehn, was du ja auch immer, der Speedman, Mittlerweile kann ich das auch, aber das hat mich halt auch erinnert, also auch das ist so eine Verbindung.
00:09:06: Und ja, irgendwas ist da und ich glaube auch wirklich daran, dass irgendwas im Universum ist und dass es halt auch so etwas gibt wie Lebensaufgaben und ein interessanter Weg dorthin zu kommen.
00:09:20: und dazu passt natürlich auch der Titel zur Hölle mit den Selbstzweifeln, denn wenn ich damals nicht von der Couch im Proberaum aufgestanden wäre und gesagt hätte, okay, jetzt mache ich das und zeig ihm, dass ich nicht singen kann.
00:09:34: Dann wäre es nie dazu gekommen, dass es dreinvierzig Jahre später bis zwanzig, dreinzwanzig diese Band gegeben hätte.
00:09:42: Ist ja auch eine therapeutische Technik.
00:09:44: Ich zeige jetzt mal allen, was ich, wenn ich zum Beispiel Angst im Fahrstuhl habe.
00:09:48: Ich gehe jetzt mal in den Fahrstuhl und zeig einen, was ich hier für eine tolle Panikattacke bekommen kann.
00:09:54: Und hinterher ärgert man sich, dass es nicht geklappt hat.
00:09:56: Ja, also dieses Thema Überwindung von Ängsten und Selbstzweifeln.
00:10:06: Ich hab den Eindruck, du schreibst dir da auch von deinem Vater, der unter Tagebau war und die Mutter immer so ein bisschen ängstlich war, ob das alles sicher ist, wo er dort arbeitet.
00:10:20: Aber wenn er dann nach Hause kam, dann war er irgendwie so der Alleskönner und Superheld.
00:10:24: Es gibt eine Stelle, in der du beschreibst, ich habe dir im Vorgespräch gesagt, dass man in Lieblingsstelle gewesen, er bastelt quasi, weil du einen Verstärker gebraucht hast, eine E-Gitarre geschenkt bekommen und festgestellt, ohne Verstärker klingt die nicht so richtig.
00:10:38: Und dann hat er aus einem alten Radio der Großeltern, hat er euch einen kleinen Zimmer lautstärke, tauglichen Verstärker gebaut.
00:10:46: Also...
00:10:50: später halt sein Abitur nachgemacht und Elektro-Engineur studiert und hatte halt schon immer die Elektrotechnik war sein Ding und die damals die alten Sabar-Radios waren ja höheren Verstärker und es ging einfach um den Sound zu machen.
00:11:08: und was er gemacht hat ist in das Radio einfach eine Buchse für die Gitarre eingebaut und hat uns aus einer kleinen Schaltung noch in einer alten Tabakdose des Opas einen Verzerrer gebaut, weil das Savaradio noch nicht genug verzerrte mit dieser Röhre, die da drin war.
00:11:28: Und das war die Kombi, die dann halt an die Klassen, der schon vorher mein Freund bei Hohlemosis in die Schulbänder eingestiegen ist.
00:11:37: Die E-Gitarre hatte ich ihm gekauft, dann zu dem Erfolg gebracht hat, dass wir uns dann halt auch mit der E-Gitarre hören konnten.
00:11:45: Und auch das sind so Sachen, diese Zufällige zusammen und auch dieses Erklären.
00:11:50: Das kam auch damals im Physikunterricht, wo wir dann Röhren verstärken und Transitoren verstärken.
00:11:59: Physik habe ich damals gehasst, aber das konnte ich super erklären, weil Papa das alles wusste.
00:12:05: Und daraus ist dann tatsächlich der erste Verstärker entstanden.
00:12:10: Nicole, du hast erzählt, böse Musik, also... Vorhin hast du irgendwie den Begriff böse Musik gebracht.
00:12:19: Heavy Metal, gut für die Seele.
00:12:21: Gleichzeitig erklär mal so, wenn jetzt meine Eltern zum Beispiel früher Queen gehört haben, dann fanden sie das schon zu hart.
00:12:32: Wenn man jetzt die Musiklehrer meiner Zeit gehört hat, dann haben die immer gesagt, Menschen, die Heavy Metal hören, sind aggressive Menschen.
00:12:41: Jetzt habe ich eine Statistik, ich glaube, es war auch irgendwo bei euch in den Unterlagen gelesen, das ist auf Heavy Metal-Konzerten.
00:12:47: Ne, das hat mein Gitarren-Lehrer hat mir das erklärt, dass auf Heavy Metal-Konzerten deutlich weniger Schläge rein sind als auf irgendwelchen anderen Konzerten.
00:12:58: Erklemm also den Zusammenhang zwischen Heavy Metal und psychischer Gesundheit.
00:13:05: Also vorweg, da muss man jetzt natürlich viel spekulieren, weil die Forschungslage da nicht so aus.
00:13:11: kräftig ist.
00:13:12: Aber das erste, das mit der Kriminalstatistik, das geht in der Regel auch auf Wacken zurück.
00:13:16: Also das veröffentlichen die nachher auch in der Regel nach jedem Festival und gemessen an der Menge von Menschen, die über die Zeit dann im Sommer auf Wacken auf dem Festival sind, das sind dann mit allem Drum und Dran ungefähr da dann die polizeilichen Statistiken nimmt und das mit anderen Festivals vergleicht.
00:13:38: Da muss man irgendwie Dreisatzrechnen auf die anderen Größen.
00:13:42: Dann findet man aber tatsächlich, dass auf Wacken weit unterdurchschnittlich überhaupt viel passiert.
00:13:48: Ganz, ganz wenig Gewaltdelikte, ganz wenig Diebstahl.
00:13:52: Und also das einzige ist halt viel, dass der eine oder andere Sicht am Besoffen mal schlafen liegt und dann vielleicht kurz mal vom Sanitäter betreut werden muss.
00:14:00: Aber die reine Kriminalitätsrate ist auf Wacken wirklich extrem niedrig.
00:14:05: Das ist mal das eine, wo man wirklich in die Statistiken reinschauen kann.
00:14:09: So, das andere jetzt in der gebotenen Kürze, es gab in der antiken Theaterwissenschaft, sag ich jetzt mal, also zum Teil die antiken griechischen Philosophen haben sich ja schon über das Theater ausgelassen und da hatten bestimmte Theorien, warum es das gibt und wozu das gut ist.
00:14:29: Und da gab es schon die Idee, dass Theater eine kathartische Wirkung hat.
00:14:38: Das heißt, wenn es dir in deinem eigenen Leben dreckig geht, wenn du irgendwie, neudeutsche, wenn man sagt, wenn du Stress hast, wenn du Leid hast, wenn du Kummer hast, gehst du bitte nicht als erstes in die Komödie, um dich direkt aufheitern zu lassen, sondern du suchst eigentlich eine Tragödie auf.
00:14:55: Und die hatten die Idee, dass eben durch dieses teilnehmende Empfinden am Schicksal der Darsteller auf der Bühne, dass du dich davon sozusagen von deinen eigenen Emotionen so ein Stück weit reinigen kannst.
00:15:09: Das heißt, du bandst deine eigenen negativen Gefühle in das Geschehen auf der Bühne und kommst dann eben ein Stück weit gereinigt oder geläutert aus der Vorstellung heraus und bist dann bereit, dich wieder dem Alltag zu zuwimmen.
00:15:24: Ich habe für dieses andere Buch, wo wir eben schon gesprochen haben, auch dank der Hilfe Wacken, sechs Tausend Metal-Fans online befragen dürfen.
00:15:32: Ich habe dir ganz konkret gefragt, was machst du mit der Musik?
00:15:35: Was macht die Musik mit dir?
00:15:38: Und da findet man schon sehr stark den Aspekt, dass die Leute die Musik ganz gezielt zum Emotionsmanagement benutzen.
00:15:46: Also wirklich im Alltag.
00:15:48: Ich höre Metal manchmal, um mich ein bisschen aufzuputschen.
00:15:51: Aber das ist das Interessante, was, glaube ich, für Leute von außen, die also die Musik nicht gut finden, schwer nachvollziehbar ist.
00:15:58: Die meisten Metal-Fans sagen sehr authentisch, Metal beruhigt mich aber auch, Metal macht mich friedlich.
00:16:05: Ich brauche auch diesen Krach, um einzuschlafen.
00:16:08: Das finde ich immer noch faszinierend.
00:16:09: Also eine Kunstform, die ja an sich erst mal, ich kann das ja nachvollziehen, die für viele Leute die Krach klingt.
00:16:17: braucht ein Teil der Bevölkerung.
00:16:19: Das sind ungefähr acht bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland, um sich in so einen ausgeglichenen Zustand zu bringen.
00:16:26: Das finde ich sehr faszinierend.
00:16:28: Danach ist natürlich noch so dieses Konzerterlebnis, das gemeinsame Singen, das Stampfen, das Headbängen.
00:16:35: Da habe ich mit Sabina auch viel darüber gesprochen, dass das ja durchaus auch im Grunde so einen schamanischen Anteil hatten.
00:16:41: Also der Beat und dann bewegt man sich eben im Takt dazu.
00:16:45: Du hast noch so Aspekte im Metal wie das Moshpit vorne, also wo dann ja so ein bisschen auch rumgeschubst wird, aber es ist auch eher so ein ritualisiertes, sicheres, ausagieren von Emotionen.
00:17:00: Und ich glaube, dass deswegen die Metal-Leute gerade auf den Konzerten, auf den Festivals sonst super friedlich sind, weil das alles so in die Musik gebannt wird.
00:17:11: Und dann bist du ansonsten eben ein relativ gechilter Mensch, Das erleben die Besucher dann auch auf den Festwitz.
00:17:19: Also bisschen Böse von außen und Schwarz und Nieten, aber eigentlich dann in der Regel sehr zugängliche Menschen.
00:17:26: Außer als Bier ist alle.
00:17:27: Das ist dann doof.
00:17:32: Da haben wir dann doch ein klassisches Vorurteil, dass wir bedienen können.
00:17:37: Es wird viel Bier getrunken.
00:17:39: Das ist kein Vorurteil.
00:17:45: Jetzt hast du Schamanismus angesprochen, Sabina, du hast ja auch eine schamanistische Ausbildung.
00:17:50: Wir haben uns über die Hypnosearbeit kennengelernt.
00:17:53: Du hast auch dieses Buch, was ich fantastisch finde, von der Idee und von der Vorstellung, hast dich quasi in eine Selbsthypnose versetzt und bist quasi wie in so einer eigenen Psychoanalyse.
00:18:06: dein Leben komplett durchgegangen und Nico saß neben dran und hat aufmerksam mitnotiert.
00:18:10: und zwischendurch hast du mit so einem bewussten Verstand noch gesagt, dazu schicke ich dir nachher noch ein Video oder da mache ich dir noch ein Bild fertig oder da schicke ich dir eine E-Mail zu und am Ende ist wahrscheinlich das dann doch irgendwo vergessen worden, aber spielt ja auch keine Rolle.
00:18:24: Das heißt, Transprozesse kennst du einmal von dir selbst, aber natürlich auch wenn du auf der Bühne stehst.
00:18:31: und wenn du jetzt so bezugnimmst auf das, was Nico gerade gesagt hast, hast du dann da irgendwie tausende, zigtausende von Fans, die alle in Trance sind.
00:18:41: und um das gleich dann auch noch weiterzuführen, hast du das Gefühl, dass du als Sängerin dort oben so eine Art Suggestion in die Massen reingeben könntest und ohne das was verraten hast du das auch getan?
00:19:02: Also zum einen ist es eine super Frage.
00:19:05: Also einmal ist man als Musiker selber durchgehend in einer Form der Trance, wenn du dort auf der Bühne stehst.
00:19:12: Das habe ich immer dann gemerkt, wenn ich Songs, also wir haben ja mit Ole Moses was in die fünfzehn, sechzehn Alpen rausgebracht.
00:19:20: Und immer wenn wir einen Song, beispielsweise aus dem Jahr nassert sieben uachzig gespielt haben, habe ich mich wirklich wie damals gefühlt.
00:19:27: Also es geht durch den ganzen Körper und Man agiert auch wie in der Zeit.
00:19:33: Also es ist wirklich Regression.
00:19:36: Also man geht zurück und dann ist der nächste Song wieder aus einem Album, was dann beispielsweise auf der Abschlusstournee aus zwanzig dreiundzwanzig war.
00:19:44: und dann schwammt das wieder über und das ist natürlich auch mal so ganz interessant, weil man während man auf der Bühne steht selber in einer Trosse eines Lebens rund um die Alpen mit der Band ist.
00:19:58: Und das wird natürlich gespiegelt auch aufs Publikum.
00:20:04: also man sieht dann auch natürlich das Publikum bei uns.
00:20:08: mittlerweile sind die Opas mit ihren Enkeln Kindern da und man sieht das denen auch an also wie wie das sich wandelt.
00:20:18: also man also ich hatte oft das Gefühl da steht jemand vor mir den ich auch von früher kannte in der ersten Reihe der dann auf einmal gefühlt wieder die langen Haare hatte, obwohl sie jetzt kurz und grau waren und haben, bewegen sich auch so.
00:20:34: Und ich glaube, alleine deshalb, das was du sagst, ist so eine automatische Suggestion da, dass man sie nämlich in die Suggestion des alten Lebens bringt, also auch ins junge Leben.
00:20:46: Und das ist natürlich wunderbar, das ist, weil das... das erfrischt.
00:20:51: Also ich sage immer, das ist wie so eine Frischzählenkur.
00:20:54: Also wenn man dann aus so einem Konzert rausgeht, dann fühlt man sich wirklich viel jünger.
00:21:00: Und das ist eigentlich so die schönste Suggestion, die automatisch gegeben wird.
00:21:07: Ja, das kann ich gut nachvollziehen.
00:21:11: Musik macht ja sowieso sehr viel.
00:21:13: An Musiktherapie ist ja auch ein riesengroßer Bereich, der, glaube ich, heutzutage viel zu wenig genutzt wird.
00:21:19: Ich habe das einmal erlebt, da habe ich einen psychotherapeutischen Kollegen besucht in der Klinik, hatte drei Stunden Autofahrt und er meinte, jetzt setze ich meine Hände, ich spiele jetzt was am Klavier vor und das war wirklich ein Stück, ich weiß nicht mehr, nachhinein kannte es nicht, aber es war wirklich das Gefühl, als würde mein System gerade komplett runterfahren.
00:21:39: Also so nach einer anstrengenden Autofahrt.
00:21:44: Ja, ihr mögt beide New York.
00:21:47: Ihr seid beide New York-Fans, habe ich gelesen.
00:21:51: Die Stadt, die niemals schläft.
00:21:53: Und in der Dusabinas erste Mal erlebt hast, man darf sich auch selbst feiern.
00:21:59: Ist das etwas, was den Deutschen so ein bisschen fehlt, dass man sich einfach auch... gut fühlen darf mit dem, was man kann, dass man das auch zeigen darf.
00:22:10: Also jetzt nicht unbedingt in sozialen Netzwerken, sondern vielleicht auch beim Grillabend bei Onkel Heinrich oder so.
00:22:17: Das ist was wichtiges, was du gerade ansprichst, vor allem im Thema soziale Medien.
00:22:22: Die Menschen fühlen sich ja heute wohl, wenn sie dann ein Like für irgendetwas bekommen oder ein Mitgefühl, was man heute mit einem Herzchen oder einem Daumen hoch zeigen kann.
00:22:34: Damals in den siebzigern, als ich nach New York war, war das alles neu, weil ich bin natürlich drei in sechszig geboren, auch noch in den Erziehungsräumlichkeiten der sechziger Jahre groß geworden, wo es sich auch noch für kleine Mädchen dazu gehörte, die erwachsenen Personen mit einem Knicks und einem Handgeben zu begrüßen.
00:22:59: Und wenn man dann und die hat mir gezeigt, man darf sich feiern, weil mein großes Vorbild ein wirklicher Weltstar, nämlich Pelé, in dessen Fußballschule ich war, mit uns geübt hat.
00:23:32: uns zu feiern, indem er sich gefeiert hat, mit seiner Gitarre.
00:23:36: Übrigens haben wir wieder die Gitarre, eine Akustikgitarre, die mitspielt.
00:23:40: Und er hat geschrien zu uns Kids im Soccer-Camp, give me a P, P, give me a E, E, give me a L, L, give me a E, Pele.
00:23:51: Ja, und alle haben Pele, also auch eine wunderbare Suggestion, wo wir eben bei Suggestionen waren.
00:23:57: und die Kinder dadurch eine Freude und Freiheit empfunden haben.
00:24:02: Und ich viel später auch verstanden habe, dass dieses sich selber feiern, das den jungen Kids im Fußball mitzugeben, auch den Kindern die Erlaubnis gegeben hat, das, was wir da machen, Fußball zu spielen, sich im Fußball feiern zu dürfen, damit man die Stärke hat, groß zu werden.
00:24:22: Also das sind alle Sachen, die sich mir auch viele Jahre später erst ganz erschlossen haben, was dort eigentlich gemacht worden ist.
00:24:31: Und auch da wieder passt zum Hypnose-Postcard, dass man eigentlich sagen kann, Guck mal, da ist eine Suggestion gegeben worden, die man mit führt im Leben eine positive Suggestion und einen auch wieder aus den Selbstzweifeln rausholt.
00:24:47: Weil man sagt, wenn Pelé das machen darf, dann darf ich das auch und dann darf ich auf dem Fußballplatz groß sein.
00:24:55: Würdest du sagen, dass dann so eine Begegnung mit Pelé Also du hast dich auch viel für Fußball interessiert, hast Fußball gespielt, glaube ich sogar auch.
00:25:05: Dann wolltest du es den Kindern weitergeben und gerade die Mädchen dann eben auch für Fußball begeistern.
00:25:09: Deswegen kam es auch zu dieser Begegnung.
00:25:12: Würdest du sagen, dass so ein emotionales Ereignis, das ja im Kontrast steht zu Jahrzehnten Erziehung und Sozialisierung auf der anderen Seite, das so etwas durchaus Im Körper, in der Psyche, was machen kann als therapeutischer Impact?
00:25:38: Es werden absolut, genau das ist es nämlich.
00:25:43: Und wenn du es dann noch im ganzen Körper spürst, also die Freude, dazu die Bewegung, in dem Falle mit Pelé, also auch noch begleitet an der Gitarre, plus eine Gemeinschaft und ein positives Erleben, Indie integrieren kannst.
00:26:00: Also vom Körper, Geißen, Seele im Gesamten und dann tief in deinem Unterbewusstsein, dass es wirklich im unbewussten verankert wird, weil durch dieses Aufspringen, also das Billet, die Kinder uns damals animiert hat, aufzustehen und das mitzubrüllen und in eine Bewegung ist automatisch eine Verankerung passiert.
00:26:22: Und das als Kombination, das ist, ich kann es auch immer wieder aufrufen.
00:26:27: Das heißt, solch eine Situation, wenn es mir mal nicht gut geht, sind genau solche Situationen, die ich tief aus meinem Unbewussten rausholen kann, weil sie so verankert sind, dass wenn ich so hoch springe, dass ich im Soccer campen, dass ich wieder fünfzehn Jahre alt bin und mich freue, dort mit meinen Idolen Fußball spielen zu können.
00:26:50: Franz Beckenbau war ja auch dabei, Uwe Seele, also die ganzen Altsinternationalen damals auch, also dieses komplette Altsgemeinschaft, also auch dieses Gefühl, du bist nicht allein, hier sind noch mehr.
00:27:03: Also da sind ganz viele Sachen zusammen verankert worden, die abrufbar sind, das ganze Leben lang.
00:27:09: Brauchst du dafür Nidolo, da hätte das auch der Hausmeister sein können, der Stadion Hausmeister?
00:27:15: Das ist eine gute Frage, ich glaube, das hätte der... der Stadion Hausmeister auch machen können.
00:27:21: Das war zum Beispiel im Stadion von Cosmos New York, im Giant Stadium, unter anderem dort die Mickey Mouse.
00:27:28: Das ist auch so ein anderes Erlebnis.
00:27:31: Das war dort völlig normal, das Mickey Mouse, also in so einem riesen Kostüm.
00:27:36: Damals gab's noch den Penaltikick, das ist so was wie ein Entwitter schießen, aber wenn der Ball raus war oder ich weiß das gar nicht mehr, dann kam erst Mickey Mouse und hat den Ball geholt und beim ersten Mal hab ich so ein deutsches Mädchen in dem Kopf, was war das denn jetzt?
00:27:52: Mickey Mouse mit dem Spiel, das war ein Ligaspiel, bis ich auf einmal merkte, nein, diese Mickey Mouse nahm den Ball hoch und hat auch die Leute angefeuert.
00:28:04: Jetzt könnte natürlich Mickey Mouse auch ein Weltstar sein, aber ist das da als Symbolfigur.
00:28:11: Aber auch dort wurde mit so einer Symbolik gearbeitet.
00:28:14: Die Leute haben im ganzen Stadion geschrien.
00:28:17: Dann hat Mickey Mouse den Ball wieder zum Schiedsrichter gebracht.
00:28:21: Der hat das dann angepfiffen, dass es weitergeht.
00:28:24: Und auch die ganzen Leute waren in einer unheimlich guten Stimmungslage.
00:28:28: Ja, super.
00:28:31: Nico, du liebst auch New York.
00:28:34: Was ist so deine Beziehung?
00:28:37: Was hat New York für dich so für eine Bedeutung?
00:28:42: Ja, gut.
00:28:43: Erst mal, ich bin ja Baujahr' seventy- acht.
00:28:45: Und damit habe ich dann in den achtziger Jahren vierzeiten vom Fernseher verbracht mit amerikanischen Serien.
00:28:52: Ist übrigens nicht nur in New York ist auch irgendwie San Francisco keine Ahnung.
00:28:57: So dilder von der Golden Gate Bridge.
00:29:00: Also ich glaube schon.
00:29:03: vielleicht mit allen Vor- und Nachteilen, aber wenn du so in den Achtzigern im Fernsehen aufgewachsen bist, dann ist automatisch irgendwie Amerika so ein bisschen das Land der Träume gewesen und der Möglichkeiten und Skyscraper.
00:29:16: und dann die gelben Taxis und die Polizeiautos.
00:29:21: Und dann diese riesen Highschools mit Footballmannschaft und Schädlider.
00:29:24: Das sind ja alles Bilder, die du aus Deutschland eigentlich nicht so kanntest.
00:29:28: Und deswegen bin ich mit sechzehn auch schon einen Auslandsjahr nach Amerika gegangen.
00:29:35: Also ich habe mein elfte Schuljahr dort verbracht und später auch dann noch durch die Arbeit viel Zeit in in New York, aber auch in Boston, in Philadelphia verbracht, habe auch später nochmal studiert, ein Jahr lang.
00:29:50: New York ist für mich einfach.
00:29:53: Ich kann das schlecht erklären, wahrscheinlich ist da auch irgendwas verankert, aber einfach in New York rumlaufen und hochgucken und sich die Skyscraper anschaut, das ist einfach irgendwie ein geiles Gefühl für mich.
00:30:05: Ich brauche das auch nicht lange, also ich merke dann nach ein paar Tagen auch, dass mich die Stadt irgendwie overpowered.
00:30:11: Aber einfach da rumzulaufen in den Straßenschluchten, das macht irgendwie immer noch irgendwas mit mir.
00:30:19: Und jetzt im Augenblick finde ich es gerade ein bisschen schwierig aufgrund der politischen Landschaft.
00:30:23: Also ich weiß nicht, wenn ich das nächste Mal in die USA reisen möchte, aber an sich ist das mit sehr vielen positiven Bildern aus der Kindheit besetzt, das war das erste.
00:30:35: Und gerade durch das Studium, ich habe dann mit Anfang dreißig noch mal einen berufsbegleitenden Master im Vertiefungsstudium und Psychologie gemacht.
00:30:46: Ich finde, jetzt muss man natürlich aufpassen, dass man nicht zu sehr über Klischees spricht, aber bestimmte Eigenschaften an der amerikanischen Kultur, wie man miteinander umgeht, das finde ich gerade aus einer deutschen Perspektive schon sehr hilfreich.
00:31:00: Also gerade das, was Sabine auch beschrieben hat, dieses sich feiern können, auch mal eine große Geste wählen, weil es einfach gerade zu einem Anlass passt.
00:31:11: Aber auch was ich sehr genieße und das vermisse ich häufig in Deutschland, sich gegenseitig in Erfolg auch wirklich gönnen.
00:31:20: Also jetzt sprechen wir auch wieder sehr in Klischees, aber in der Alltagssprache werden ja die Wörter Neid und Missgunst häufig nicht gut getrennt.
00:31:31: Und der Amerikaner, der ist schon häufig vielleicht auch neidisch, aber der nimmt das dann eher als Ansporn.
00:31:37: Guck mal, wenn der das schafft, dann kann ich das auch, nach uns ein bisschen dieser American Dream.
00:31:43: Und in Deutschland erlebe ich die Menschen und häufig auch die politische Landschaft eher als misgünstig.
00:31:49: Also, weil ich nicht darf, darfst du auch nicht.
00:31:55: Und da finde ich die Amerikaner häufig einfach ein bisschen gefälliger.
00:32:00: Und dann haben wir natürlich auch so dieses Thema Smalltalk.
00:32:04: Man kommt dort leicht damit Menschen in Kontakt.
00:32:07: Und dann gibt es natürlich auch mal dieses Klischee.
00:32:09: aus der deutschen Brille heraus, der Ami, der ist oberflächlich, der sagt zu mir Friend und weiß schon eine Woche später nicht mehr, wie ich beim Vornamen heiße.
00:32:19: Das ist aber sozusagen, das ist eine falsche, kulturelle Brille.
00:32:22: Also in Amerika ist das erst mal völlig normal und gang und gäbe.
00:32:26: Und ich merke das immer, wenn ich eine Zeit lang dort bin, wenn ich mal wieder irgendwie beruflich oder so, ein, zwei Wochen, ich gefall mir dann danach als Mensch immer so ein bisschen besser.
00:32:35: Dann kommt meine deutsche Gründlichkeit, die geht hier deswegen nicht weg.
00:32:39: Und die mischt sich dann so ein bisschen mit dem amerikanischen Easygoing-Smalltalk.
00:32:43: Und dann gefall ich mir tatsächlich als Mensch immer auch noch mal so ein bisschen besser.
00:32:48: Und wenn ich dann zurück nach Deutschland komme, dann ist das noch so ein paar Tage da und dann schleicht sich das amerikanische wieder aus.
00:32:54: Und dann bin ich wieder nur Deutsch.
00:32:56: Aber deswegen, ich mag das schon sehr da drüben.
00:33:00: Ich habe da viele Menschen lieb gewonnen.
00:33:02: Und da muss man, glaube ich, die aktuelle politische... Regierung auch mal ein bisschen rausrechnen.
00:33:08: Ich hoffe, das geht irgendwann wieder vorbei.
00:33:11: Muss man ja sowieso in jedem Land die Regierung immer von den Menschen trennen.
00:33:15: Das ist ganz wichtig, dass man es wird in der öffentlichen Darstellung von Ereignissen in der Presse viel zu viel zu pauschal kommuniziert.
00:33:26: Das ist ja auch sogestion.
00:33:28: Da wird dann eben nicht mehr von einzelnen Personen gesprochen, sondern von ganzen Nationen, die Dinge tun oder entscheiden oder ja.
00:33:36: Ja, aber ich kann das nachvollziehen, was du gesagt hast.
00:33:39: Ich habe es mal erlebt in Speyer im Technikmuseum.
00:33:42: Das stehen so uralte Ferraris.
00:33:44: Und natürlich diese hübschen roten Absperrbänder, damit ja keiner mehr als einen Blick drüber begibt.
00:33:51: Und dann habe ich erlebt, sie so drei Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren unter der Absperrung durch sind sich einfach in die Autos reingesetzt haben, so hinter das Lenkrad und Riesen Spaß hatten.
00:34:02: Und du hast genau gemerkt in den in den Blicken der erwachsenen Besucher eine Mischung aus Entsetzen und Neid.
00:34:14: So, dieses Entsetzen, dass die Kinder da einfach reingehen, gepaart mit dem Gedanken, das würde ich jetzt auch gern tun.
00:34:22: Aber als Erwachsener muss ich mich eben an diese rote Linie halten, an diese Regel.
00:34:29: Und ich habe mich in dem Moment gefragt, was würde eigentlich passieren, wenn plötzlich alle Besucher die da sind, einfach ganz entspannt über diese Absperrung hinübersteigen und diese Autos nach wie vor sehr respektvoll und dem Anlass angemessen, berühren, besteigen und einfach mal erleben.
00:34:49: Ich glaube, das wäre ganz nett.
00:34:56: Sabina, wir haben uns irgendwann mal in der Zeit kennengelernt, kurz bevor du auch für das Messi-Team aktiv warst.
00:35:03: Also du bist ja im Grunde genommen, wenn man so deine Biografie anguckt, dann bist du eine eine gröhlende Fußballspielerin, die im Leben der Menschen aufrollend und gleichzeitig eine enorme Tierliebe hat und noch viele, viele andere Sachen.
00:35:24: Und Damals hattest du, als wir bei dir in der Praxis waren, so eine Art Schreiraum, nenn ich es jetzt einfach mal.
00:35:35: Also das war ein schaltigter Raum, der jetzt nicht dafür gedacht war, um Nachbarn zu foltern, sondern um Kindern oder Patienten die Möglichkeit zu geben, einfach mal zu schreien.
00:35:49: Und wenn ich, als ich dein Buch gelesen habe, hatte ich so dieses ... singen und schreien als Befreiung von dir verstanden.
00:35:59: Hast du das Gefühl, dass Menschen, die so in ihrem Leben Chaos haben, das vielleicht dann auch im Außen-Chaos haben, dass es denen hilft, wenn sie es einfach mal rausschreien würden?
00:36:09: Und wenn ja, wo kann man das noch machen außer bei dir?
00:36:15: Also, einmal ist es so, dass ich sage, man muss nicht graulen, um glücklich zu sein, aber manchmal hilft es.
00:36:25: Und ich habe festgestellt, es hilft.
00:36:28: Also, wenn ich sage, für meine Position, ich fand es immer sehr befreiend und ich fand das auch immer schön zu sagen, ich darf irgendwie anderthalb Stunden Menschen anschreien und die beschimpfen und die freuen sich auch noch.
00:36:42: Und das ist natürlich wunderbar, wenn man das ab der Bühne machen kann.
00:36:46: Und ich habe gemerkt, dass sich ganz oft Menschen das gewünscht haben.
00:36:50: Also, die haben noch gar nicht ihre Stimme gefunden.
00:36:53: Also, es ist oft so, dass Frauen auch im normalen Leben so.
00:36:56: Es ist so eine piepsige Stimme
00:36:57: haben,
00:36:58: weil sie sich niedlich und klein und weiblich machen wollen und denken, dadurch werden sie erfolgreich oder man findet sie nett.
00:37:05: Und eigentlich ist da was ganz anderes und sie würden gerne mal.
00:37:09: Und die Möglichkeit haben die Menschen in diesen Räumen.
00:37:14: Ich mache das jetzt unheimlich gerne auch in der Natur, anstatt nur in diesem Raum.
00:37:21: Dadurch, dass ich jetzt die Praxis hier auf dem Dorf habe und Wälder, dann kann man den Baum anschreien und ähnliches, dann ist noch mehr Freiheit da als in diesem Raum.
00:37:34: Und ich merke mal, es ist halt, es gibt eine Bewegung durch den ganzen Körper.
00:37:39: Wir haben ja auch im Buch, vierzehn therapeutische Übungen drin und unter anderem die IAO-Übung, wo man halt über das IAO, also in seine Wurzelatmung kommt.
00:37:50: als erstes dann halt über diese Vokabeln wirklich, dass man halt reinrufen kann, in das i, in das a, in das o, ja, dass man seine Stimme findet und das dann in verschiedenen Stimmlagen macht einfach und einfach mal testet, was ist eigentlich meine Stimme und durch die Bewegung im Körper auch jede Zelle mit angeregt wird und man jedes auch Traumata, die in den Zellen sind, die sind ja nicht nur im Geist und im Unterbewusstsein, sondern sind in jeder Zelle deines Körpers.
00:38:21: Du sie ausschütteln kannst damit.
00:38:23: Und ich weiß nicht, es gibt ja, therapeutisch gesehen, das nennt diese Urschreiterapie, wo Menschen halt auch angeleitet werden.
00:38:35: Unter anderem mit Trommeln auf dem Boden liegen.
00:38:37: Das wird sehr oft auch in Seminaren angeboten.
00:38:40: um sich dann ausschreien zu können, wobei ich auch mir sage, da müssen gute Leute in der Begleitung dabei sein, weil du aus der Tiefe Dinge rausholen kannst, die dann überwunden werden müssen.
00:38:55: Also, da die Menschen brauchen Unterstützung.
00:38:57: Deshalb mache ich es sehr gerne halt auch im Einzelkontext, weil da eigentlich passiert, weil man auch noch über eine bestimmte Atmung da reingehen kann.
00:39:08: um in diese Urschreiterapie zu kommen.
00:39:11: Ich nenne es daher eher selber zur eigenen Stimme finden und sich ganz vorsichtig annähern.
00:39:18: Wer aber sich für so etwas interessiert, kann gerne mal unter Urschreiterapie suchen.
00:39:25: Es gibt zum Beispiel auch Kliniken, die das machen, wie zum Beispiel in Kassel, die Habizweidklinik, eine psychosomatische Klinik, die das auch anbietet und damit arbeitet.
00:39:37: Okay.
00:39:39: Und du hast ja jetzt quasi den Fokus deiner therapeutischen Arbeit.
00:39:45: Du hast vorhin über Schamanismus gesprochen, über analytische Hypnose, die du anwendest.
00:39:51: Was ist jetzt aktuell der Schwerpunkt deiner Arbeit?
00:39:54: Du hast das Buch geschrieben, um quasi mit deiner offiziellen Bühngesangskarriere den Abschluss zu finden.
00:40:04: an einem runden Geburtstag, der wievielte müssen wir jetzt nicht sagen.
00:40:09: Ja, ich steh da voll zu.
00:40:12: Ja, du hast also ans Koordinaten zwanzigsten Geburtstag jetzt gesagt, du machst jetzt hier den Abschluss.
00:40:20: Und das ist auch kein Abschluss, so wie man das von anderen Bands kennt, um ein Revival machen zu können, wenn man wieder Geld braucht, sondern das ist tatsächlich jetzt für dich oder für die Band Holy Moses, dass das Finale gewesen, nicht das Ende, sondern das Finale.
00:40:39: Und jetzt hast du dich in deiner Praxis, worauf spezialisiert.
00:40:46: Also du setzt dich ja jetzt nicht irgendwie an dich und sagst, jetzt werde ich alt, sondern jetzt, was machst du jetzt?
00:40:52: Was beginnt jetzt?
00:40:54: Ich mache das jetzt, was ich schon seit.
00:40:59: Ich habe in den Halbarchika für Psychotherapie abgeschlossen und habe sofort meine Praxis eröffnet.
00:41:07: Und habe dann diese weiteren Ausbildung gemacht, unter anderem beim ECHP, auch die analytische Hypnose Ausbildung.
00:41:17: Und ich arbeite seitdem durchgehend mit meinen Klienten hier in der Praxis.
00:41:24: Es war von Anfang an, dass die Praxis gelaufen ist.
00:41:29: Das hatte ich mir auch so vorgenommen und das hat funktioniert und habe täglich sechs bis acht Klienten hier in der Praxis und in allen Altersstufen und arbeite mit Hypnose Therapie, mit den Pferden im Rheido Healing Horses als Therapieferde, als Spiegel der Seele.
00:41:57: Ich habe eine Körperpsychotherapie Ausbildung, viele Ausbildungen gemacht, auf die ich immer wieder zurückgreife, ohne Konzept darüber.
00:42:06: Ich sage immer, das Konzept ist, dass ich kein Konzept habe, sondern auf den Menschen eingehe.
00:42:12: Und die Menschen kommen von Trauma, mit Depressionen, Essstörungen.
00:42:19: Also es ist wirklich alles vorhanden, weil die Menschen, sagen wir, die finden mich und ich finde die Menschen, Und das habe ich auch während meiner Zeit war Holimosis, also auch in den Jahren gemacht.
00:42:35: Am Wochenende bin ich mit der Bernd auf Tour gefahren und in den, wenn ich mir mal zwei, drei Wochen frei genommen habe in der Praxis.
00:42:42: Und ansonsten bin ich hier in meiner Praxis und genieße es, dass ich das tun darf, was ich hier mache.
00:42:50: Schön, ja.
00:42:50: Es ist immer gut, wenn man genau das machen kann, was man
00:42:54: sich
00:42:55: vorgestellt hat oder so.
00:42:57: Ja Nico, du hast noch das Ministerium für Schwermetall bei Facebook.
00:43:02: Das ist ja tatsächlich jetzt auch eine große Suggestion.
00:43:07: Wurde dir schon Ministerposten angeboten jetzt von der neuen Regierung?
00:43:12: Nein, das passt ich glaube ich nicht ganz gut dazwischen.
00:43:16: Also vielleicht einmal zum Hintergrund, das ist einfach eine Seite, wo ich meine Heavy Metal Leidenschaft auslebe und ich habe das gegründet.
00:43:24: in Anführungsstrichen im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Frühling, im Früh.
00:43:56: Und zwar, im Frühjahr war so die Phase der Regierungsböhnung.
00:44:02: Wir hatten im Jahr die Bundestagswahl, dann ist die erste Regierungsböhnung immer gescheitert, weil die FDP eine Rolle rückwärts gemacht hat.
00:44:09: Und dann mussten die nochmal wieder neu anfangen mit der großen Koalition.
00:44:13: Und deswegen hat das so lange gedauert.
00:44:14: Und ich habe irgendwie Februar oder März, früh habe ich im Hotelbett gelegen in New York, bin gerade an dem Tag reingeflohen.
00:44:23: war wahrscheinlich noch ein bisschen betüttelt von der Business Class.
00:44:27: Wir durften dann was noch Business Class fliegen und in der ersten Nacht bisher auch gejetlaggt und wach es in der Regel dann irgendwie nachts um zwei, drei, vier Uhr auf, weil der Körper sagt so, jetzt ist mal Zeit zum Aufstehen.
00:44:39: Und hab wirklich da in diesem Hotelbett in New York gelegen, wahrscheinlich eben noch ein bisschen betüttelt und gejetlaggt und hab dann irgendwie einfach mal doof das Handy angemacht und bin durch Twitter so gescrawlt.
00:44:51: Und dann kamen wirklich, weil es hier in Deutschland dann schon morgens war, kam dann die Meldung, Horst Seehofer wird Heimatminister.
00:45:00: Und darüber habe ich mich in den Bett so aufgeregt, weil ich mag den jetzt sowieso, also ich kenne den nicht, aber so seine Persona, da finde ich viele Dinge, da finde ich einfach sehr schwierig.
00:45:10: Und aus dieser kreativen Wut heraus, so wirklich du Horst, warum brauchst du Arisch?
00:45:19: Warum brauchst du wieder eine Sonderlocke?
00:45:25: Warum kannst du nicht einfach stinknormale Innenminister werden wie alle anderen Innenminister vor dir?
00:45:31: Warum brauchst du jetzt wieder eine Sonderlocke?
00:45:35: Und aus dieser Wut heraus kamen aber wirklich die Ideen, wenn der Olle Horst sich seinen Ministerium bauen darf, dann darf ich das ja auch.
00:45:43: Und ich habe wirklich aus diesem New Yorker Hotelzimmer in der Nacht noch diese Facebook-Seite angemeldet und habe meinen Web-Designer angefangen, mache mir mein Logo.
00:45:53: Das war damals einfach der Bundesadler, die ja auch auf den Ministerien drauf ist, nur dass der oben die Pommes-Gabel, also die Metal-Mano-Cornuta dann auf den Flügen hatte.
00:46:05: Und dann hat das irgendwie so eine Eigen-Dynamik entwickelt.
00:46:08: Und du hast ja eben am Anfang schön gesagt, Zufall ist, wenn uns was zufällt, da habe ich mich total abgeholt gefühlt, weil die Wahrheit ist, ich habe dann vier Jahre später ja dieses Buch herausgebracht, Heart Heavy and Happy.
00:46:21: Und es ist eben mein erster Spiegelbestseller geworden.
00:46:25: Und dieses Buch hätte es ohne die Facebook-Seite nie gegeben, weil eine Verlagsmanagerin, die selbst auch Metal-Fan ist, über dieses Ministerium auf mich aufmerksam geworden ist und mich eigentlich aktiv angesprochen hat.
00:46:41: Und das heißt, eigentlich müsste ich Horst Seehofer ganz tief dankbar sein für diese Website, weil, also auch, auch jetzt das Buch mit Sabina hätte es ja nie gegeben, wenn es das andere Buch nicht gegeben hätte.
00:46:53: Von daher, lieben Dank, Horst Seehofer, und ja, ich finde ihn immer noch schlimm.
00:47:00: So.
00:47:01: Aber ich weiß, ich weiß, dass er ein treuer Hörer dieses Podcast ist.
00:47:04: Lieber Horst, herzliche Grüße an dieser Stelle.
00:47:07: Und vielleicht können wir ihm ja ein handsigniertes Exemplar von dir zuschicken und dann...
00:47:14: Erzverdient.
00:47:15: Ja, fühlt er sich Heimat verbunden, wenn da Musik aus der Heimat hört und so.
00:47:20: Aber Sabina würde jetzt wahrscheinlich fragen, Nico, an wen erinnert dich Horst Seehofer?
00:47:26: Wie fühlst du dich dabei?
00:47:28: Und wenn du jetzt in die Kindheit zurückgehst, welche Erinnerungen kommen da so bei dir hoch?
00:47:35: Wir können das in einem separaten Podcast mal machen.
00:47:40: Ne, also ich hätte jetzt bei Horst Seehofer keine Daddy-Isschüs oder so.
00:47:49: Ich fremde generell auch, ich war eine Zeit lang durchaus mal politisch engagiert, aber ich fremde sehr stark mit Menschen, das hat da übrigens jetzt auch mit Markus Söder gemeinsam, ich kenne die nicht persönlich, das sind bestimmt ganz nette Menschen.
00:48:05: Ich mag es nicht sehr, wenn Menschen ihr Fan-Line ständig in den Wind hängen und alle paar Minuten oder alle paar Tage ihre Meinung, hundred-ein-achtzig Grad drehen.
00:48:16: Und wenn du so Menschen wie unter anderem Markus Söder oder Horst Seefer, wenn du deren politische Karriere verfolgst, dann habe ich schon den Eindruck, dass das Menschen sind, die im Zweifel erst mal alles sagen und auch alles vertreten können, wenn es ihm hilft, an der Macht zu bleiben.
00:48:32: Also ich nehme da relativ wenig gefestigte Haltung dahinter.
00:48:39: Und das ist etwas, was ich nicht sehr mag.
00:48:43: Und dafür ist er jetzt für mich ein Spiegel, wo das herkommt.
00:48:46: Also nochmal, ich kenne den Menschen nicht und ich lebe ja auch nicht in Bayern, also kann es mir relativ egal sein.
00:48:51: Aber dieses Wendehalsige, um an der Macht zu bleiben, da kriege ich tendenziell Bickel am Hintern und das mag ich nicht.
00:49:00: Und dafür ist er offensichtlich ein Spiegel bei mir.
00:49:04: Okay, ja.
00:49:05: Was machst du, Nico?
00:49:06: Was machst du, wenn du dich entspannen möchtest?
00:49:12: Au, die Moses hören.
00:49:14: Ja, also Musik hat schon viel damit zu tun, weil mich das unglaublich gut runterfährt.
00:49:20: Ich kann ganz wunderbar entspannen beim Joggen.
00:49:24: Ich bin leider so einen schönen Wetterläufer.
00:49:26: Also es gibt ja auch bewundere Leute, die sich bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur rausquälen.
00:49:32: Bei mir müssen das eher so ab fünfzehn Grad aufwärts und Sonnenschein.
00:49:36: Aber das genieße ich zum Beispiel jetzt hier auch in Münster.
00:49:38: In Münster gibt es hier den ASI, da kann man so seine ASI rundendrehen und beim Joggen, das dauert so fünf Minuten und dann ist das fast wie, ich will jetzt nicht sagen die Meditation, aber bei der Meditation geht es ja auch eher darum, die Gedanken als Gedanken wahrzunehmen und die dürfen dann auch wieder gehen.
00:49:56: und das kann ich beim Joggen ganz, ganz wunderbar.
00:50:03: Wenn es gut läuft, ich habe ja schon zehn Bücher geschrieben, also wenn es richtig so schreiben an guten Tagen, hat auch sowas von der Flow-Erfahrung, also dann dieses Selbstvergessene, das ist nicht das gleiche wie Entspannung, aber ich genieße das wirklich, wenn ich auf einmal aus einer Schreibtronksaufwache und merke, jetzt hast du irgendwie mal drei, vier Seiten geschrieben, wo war ich da eigentlich und wenn es dann auch noch gut geschrieben ist, das kann schon sehr befriedigend sein.
00:50:30: Zwischendurch, ich bewege mich einfach gerne, hier in Münster gibt es das Ninfly, das ist ein so eine große Halle in einem Industriegebiet, vorne ist ein Trampolinpark, daneben gibt es da noch ein Kinderspielplatz und hinten ist noch mal eine riesengroße Fläche wirklich für Ninjasport, also so wie man das aus dem Fernsehen kennt, dieses Hangeln und Parkour und Klettern.
00:50:52: und mein Sohnemann, der jetzt zwölf Jahre alt ist, der hat das vor ein paar Jahren für sich erstmal im Fernsehen entdeckt.
00:50:58: und seit wir eben diese Halle entdeckt haben, bin ich dann regelmäßig mit meinem Sohn da und jetzt habe ich auch nochmal zehn Kilo abgenommen.
00:51:07: Kraftsport ist ja eine Sache, aber Hangeln und Körpergewicht, das hat ja auch viel mit dem Kraft-Gericht-Verhältnis zu tun.
00:51:14: Und ich habe tatsächlich seit Wacken letztes Jahr, warum haben wir zehn Kilo abgenommen.
00:51:18: Jetzt klappt das mit dem Hangeln auch etwas besser.
00:51:20: Und dann kacke ich nicht mehr ganz so ab vor meinem Sohn Verzeihung.
00:51:26: Das ist übrigens auch eine ganz schöne Atmosphäre, weil im Fitnessstudio ist ja häufig eher so, dass die Leute, die haben so ihre Kopfhörer auf und jeder Muffel zuvor sich hin.
00:51:36: Und da ist es, es ist ein ganz wunderschöner Ort.
00:51:38: Voran hast du die glücklichen Kinder, die rumspielen und es ist sehr laut, aber einfach glücklich, jetzt Kinder geschreiben, das ist ganz toll.
00:51:45: Und auf dieser Ninja-Fläche ist es halt eher was, das machst du häufig zu zweit oder zu dritt und die Leute coachen sich gegenseitig und man feuert sich an und man begleitet sich und filmt sich natürlich heute auch für Instagram, das gehört alles dazu.
00:52:01: Aber es ist eine viel positivere... Resonanz erzeugende Erfahrung als einfach so im Fitnessstudio am Gerät zu sitzen und da mit dem Kopfhörer vor sich hinzupommen.
00:52:13: Das mache ich auch gerne, das kann auch was haben.
00:52:14: So dieses, ich bin da nur für mich und ich pumpe jetzt einfach ein bisschen, aber ich finde die Atmosphäre in den Linfler ist einfach was unglaublich Schönes, Befreiendes und deswegen gehe ich da so gerne hin.
00:52:27: Ja, prima.
00:52:28: Kann ich total nachvollziehen.
00:52:30: Mein großer Challenge mich auch immer beim Boldern und auch das eine oder andere Mal.
00:52:35: Wenn ich ihm dann vorschlage, dass wir in eine Runde joggen gehen, dann hat er meistens andere Termine.
00:52:41: Ja, Sabina.
00:52:41: Und bei dir, was machst du, wenn du abschalten musst?
00:52:44: Also was macht quasi jemand, der andere Leute in die Entspannung bringt, selbst runterzukommen?
00:52:52: Um selber runterzukommen, ist es ganz klar bei mir in die Natur.
00:52:57: zu meinen Pferden, die natürlich auch in der Arbeit, in der Praxis mit eingeboten sind, aber wenn ich auch, wie jetzt am Wochenende, wenn das, was ich mir immer frei nehme und ich lehne mich einfach an die Pferde ran, bastel am Stall rum, weil man so einen eigenen Offenstall hat, ist immer irgendwas zu tun.
00:53:18: Und ich komme mir dann aber wie so ein Kind vor, was vielleicht so mit seinen Legusteinen sich ein Stall baut oder so ein Schleich Sachen zusammen baut.
00:53:28: Und ich kann das nur in echt machen.
00:53:30: Ich sage mal, ich habe so meinen echten Legusteil hier und sitze da mit Bohrmaschine oder was nicht allem und Säge und Litzen neu und da ist was abgebrochen und dann verliere ich die Zeit.
00:53:44: Also dann bin ich auch in einer Trance wirklich.
00:53:49: Und ich kann auch genauso gut mal abends auf dem Bett liegen und lesen oder bringe mich selbst in eine Entspannungsypnose.
00:53:58: Aber eigentlich ist die draußen.
00:54:00: Also bei mir ist sie wirklich in der Natur.
00:54:05: Ich beobachte die Vögel.
00:54:07: Bei uns fliegen immer zwei Bushade vorbei.
00:54:11: Und das ist auch so, dass die auch so wie so ein Zeichen, dass sie manchmal auch dann genau da sind, wo ich denke, so jetzt musst du an was denken.
00:54:19: Hier passiert gerade was und dann kommen einfälle Erkenntnisse.
00:54:23: Und das zu genießen, ist das Wunderschönste, was es gibt.
00:54:28: Ja, prima.
00:54:30: Ja, danke erst mal an euch beide, dass ihr bereit wart hier beim Interview so ein bisschen über eure Arbeit und eure persönlichen Vorlieben und Ideen zu sprechen.
00:54:42: Wir werden eure Bücher auf jeden Fall in der Podcast-Beschreibung auch verlinken.
00:54:47: Nico, wo findet man dich im Internet außer bei Facebook?
00:54:50: Ministerium für Schwermetel?
00:54:52: Hast du eine Website sonst noch?
00:54:55: Genau, ich habe einfach die Website www.nikorose.de.
00:55:00: Da findet man so die verschiedenen Angebote.
00:55:02: und ansonsten So schreibenderweise bin ich mittlerweile vor allen Dingen auf LinkedIn aktiv, weil ich eben meist dann doch mit Menschen-Führungskräften aus der Wirtschaft arbeite, im Coaching oder auch für Vorträge.
00:55:16: Und dann ist das einfach heute die einfachste Bühne.
00:55:21: Von daher, wenn man ein bisschen was lesen will, gerne LinkedIn, Homepage.
00:55:27: Ab und zu geht man Schnipsel hier und da auf YouTube, nur Podcast folgen, gibt's mittlerweile auch ganz viele, also ich hab keine eigenen, aber ich werd ab und zu mal eingeladen, so wie heute, vielen Dank.
00:55:39: Da sind mittlerweile auch über vierzig Stunden Material zusammengekommen, gibt's eine Playlist auf Spotify, also für die Leute, die mal gerne was hören wollen.
00:55:48: Das sind so die wichtigsten Dinge.
00:55:50: Prima, werden wir auch verlinken.
00:55:51: entsprechend, auf jeden Fall die Website, genau.
00:55:55: Bei dir Sabina.
00:55:56: Wo findet man dich mittlerweile außer in Schleswig-Holsterben am Deich?
00:56:01: Genau, man findet mich auch ganz normal im Internet.
00:56:04: Ich habe zwei Websites, eine speziell für die Praxis.
00:56:07: Das ist die www.mind-wind.de, die ich seit Ewigkeiten habe.
00:56:13: Und dann gibt es noch www.reidung-hillinghorses.de.
00:56:17: Da ist speziell über die Arbeit mit den Pferden, aber beide sind auch miteinander wieder verlinkt.
00:56:23: und wer einfach, ich glaube, in die Bekannten Suchmaschinen meinen Namen eingibt, ob das Sabina Klassen ist oder Sabina Hertz wird mich finden.
00:56:34: Und auch auf Facebook natürlich auch.
00:56:35: und oder den Namen Holymosis und ja, dann wird man fündig.
00:56:42: Wunderbar.
00:56:43: Ja, vielen Dank.
00:56:45: Und der Interviewgast hat bei mir im Podcast immer das letzte Wort.
00:56:48: Nico, bist du damit einverstanden, wenn wir Sabina das letzte Wort lassen?
00:56:53: Die Männer sind das gewohnt, dass die Frauen das letzte Wort haben von daher.
00:56:58: Das bin ich von Herrn Werth gar nicht gewohnt geblieben.
00:57:05: Danke, es war ein wunderbar, es hat mir ganz viel Freude gemacht, gerade auch bei den Hypnose-Kollegen, wenn ich mir überlege, vor über fünfzehn Jahren, wo wir uns kennengelernt haben in der Ausbildung zum Hypnose-Therapeuten.
00:57:17: Sven, du hast mir unheimlich viel mitgegeben.
00:57:20: Es ist ganz viel, was ich heute noch so verwende und aufbauend war für alles und deshalb fand ich es besonders schön, dass du heute Nico und mich in dein Podcast eingeladen hast und hoffe, wir sehen uns bald mal wieder.
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