Interview mit Rebekka Müller
Shownotes
Rebekka Müller und ich haben und kurz vor der letzten Europawahl über LinkedIn kennengelernt. Das Interview wurde ursprünglich in meinem Speedlearning Podcast veröffentlicht, passt jedoch bestens in dieses Format, zumal die Inhalte nichts an Aktualität verloren haben.
Wir sprechen über wichtige politische Themen und wo es bereits Lösungen in Europa gibt, die wir für Deutschland in Betracht ziehen könnten.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wir haben ganz, ganz viele Lösungen, die funktionieren.
00:00:03: Die müssen wir vor allen Dingen jetzt in die Massentauglichkeit führen.
00:00:07: Das schaffen wir, indem wir sie konkurrenzfähig machen.
00:00:10: Wir müssen aber auch ganz, ganz viel immer noch an der Aufklärung arbeiten.
00:00:14: Und vor allen Dingen daran, Konzepte zu zeigen, die funktionieren.
00:00:20: Herzlich willkommen zum Podcast von Menschen lernen.
00:00:24: Der Podcast für alle, die heute noch etwas Neues lernen möchten.
00:00:28: Ich freue mich sehr auf meinen heutigen Interview-Gast und wünsche dir viel Spaß mit dieser Folge.
00:00:34: Ja, hallo ihr Speed-Learner.
00:00:36: Heute habe ich einen Gast hier und zwar bin ich vor kurzem auf ein Buch aufmerksam geworden, einen Roman mit dem Titel Höllenfeuer, der über vierhundert Seiten hat.
00:00:45: und erstens lese ich normalerweise gar keine Romane, zweitens keine, bei denen der Abstand von der ersten bis zur letzten Seite so groß ist.
00:00:52: Aber dieses Buch hat mich gefestet und ich habe es in tatsächlich vier Tagen verschlungen und dachte dann, den Autor, der auch noch bestseller Autor ist, den muss ich kennenlernen, ihm schreiben und fragen, ob er Lust hat, hier im Podcast zu erzählen, wie man so ein geniales Buch schreibt.
00:01:09: Für mich ist er der Dan Brown Deutschlands, Peter Grandel.
00:01:12: Hallo, Peter, herzlich willkommen hier im Podcast.
00:01:14: Ja,
00:01:14: hallo, freut mich sehr, dass ich hier sein darf.
00:01:16: Wunderbar.
00:01:17: Und auch danke nochmal für die Blumen.
00:01:21: Ja, sehr gerne.
00:01:22: Du bezeichnest dich als Autor.
00:01:25: von Beruf.
00:01:27: Jetzt ist ja Autor kein Beruf, bei dem man sagt, ich mache eine Ausbildung oder ein Studium von drei Jahren zum Autor.
00:01:33: Ich habe also an der Universität noch nie einen Studiengang zum Autor gesehen oder auch an der Schule.
00:01:40: In Deutschunterricht gab es nicht irgendwie Autor als Leistungskurs.
00:01:43: Erzähl mal gerade so ein bisschen deine Geschichte.
00:01:46: Wie wird man Autor?
00:01:47: Also ich glaube, ich möchte auch gerne unterscheiden.
00:01:50: Ich war bisher Autor und durch die Bücher wurde ich zum Schriftsteller.
00:01:55: Der Autor ist für mich jeder, der schreibt und schreibt natürlich schon mein Leben lang.
00:01:59: Also ob Kurzgeschichten oder Beiträge für Zeitungen oder ich habe also auch schon in jungen Jahren eine Zeitschrift gegründet.
00:02:09: Da war ich fünfzehn für Fan Fiction.
00:02:12: Also ich war mit vierzehn habe ich Star Wars gesehen und dachte mir, da musst du jetzt so einen kleinen Star Wars Club gründen.
00:02:19: und da hatte ich dann auf einer alten alten Schreibmaschine Meine ersten Zeitschrift würde ich es fast gar nicht nennen, aber das waren die ersten Gehversuche.
00:02:29: Natürlich auch Kurzgeschichten rund um Star Wars und das damit hat bei mir die Schreiberei begonnen.
00:02:36: So lange, glaube ich, war ich auch Autor und erst, als ich mich der Sachen ernsthaft gewidmet habe, da war ich dann auch schon deutlich älter, bin ich zum Schriftsteller geworden.
00:02:45: Und vorher habe ich noch Drehbücher geschrieben und bei Drehbüchern sehe ich das aber ähnlich.
00:02:50: Also jemand, der Drehbücher schreibt, ist für mich noch kein Schriftsteller, sondern der ist immer noch Autor.
00:02:56: Das heißt, Schriftsteller ist dann für dich jemand, der was sich macht, was unterscheidet?
00:03:01: Wirklich
00:03:02: der Belitristik widmet und ausführlich Romani schreibt und ja.
00:03:09: Das ist für mich.
00:03:11: der klare Unterschied ist, dass ich tatsächlich Bilder zum Leben erwecke im Kopf des Lesers.
00:03:17: Und das muss ich nicht tun, wenn ich jetzt tatsächlich zum Beispiel ein Drehbuch schreibe, weil da gibt es ja dann noch das Endprodukt in den Filmen und der hat diese Aufgabe.
00:03:25: Da reise ich ja nur an, was tatsächlich später im Bild zu sehen sein wird und fülle das Ganze mit Dialogen.
00:03:31: Also da sehe ich einfach einen Unterschied.
00:03:34: Deswegen heißt es ja auch Drehbuchautor.
00:03:36: Der Schiffssteller, glaube ich, geht dann noch mal sehr viel mehr in die inneren Welten der Protagonisten und in deren Gedanken und Gefühle.
00:03:46: Und genau das ist auch bei meinem ersten Projekt passiert, dass ich eben erst ein Drehbuch schimmab.
00:03:54: Das war im Jahr zwölf.
00:03:56: Und als das nicht verfüllen wurde, habe ich dann irgendwann gesagt, gut, dann schreibst du einen Roman.
00:04:03: Und dann ist mir erst aufgefallen, wie ungleich schwieriger und aufwendiger es ist, einen Roman zu schreiben, der dann über sechshundert Seiten hatte als das Drehbuch mit ca.
00:04:14: hundert Seiten.
00:04:17: Ja, das kann ich mir gut vorstellen.
00:04:19: Also vor allem dieses Buch, ich habe den Vergleich gebracht zu Dan Brown, also mit den Büchern Sakrileg und so, das sind ja auch Bücher, die Bestseller geworden sind, so wie dein Buch.
00:04:30: Und Bestseller, man sagt ja immer, jemand der ein best seller schreibt es nennt sich best seller weil das sich besonders gut verkauft.
00:04:37: das heißt da steckt natürlich auch ein gewisses marketing dahinter nicht einfach nur ein gut lesenswerter schreibstil.
00:04:43: bei dir ist aber beides das heißt durch deine passion zum schreiben.
00:04:48: ich habe irgendwo auch in deiner linked in biografie mal was von chef redakteur gehört oder so oder gelesen.
00:04:55: das heißt du hast dich schon immer so der der Kunst gewidmet, wie man Wörter nutzen kann, um Geschichten im Kopf entstehen zu lassen, kann man das so sagen?
00:05:07: Ja, ich meine, ganz einfach ausgedrückt, ich war Werbetextor.
00:05:11: Und als Werbetextor machst du natürlich Kopi-Text, aber auch Headlines und setz dich mit Produkten auseinander, versuchst die Wörter so zu formulieren, dass sie am Ende jemand zum Kauf überzeugen oder von der Marke überzeugen oder zu einer Marke eine Marke auflädt.
00:05:30: Also ich war immer schon jemand, der sehr viel mit Wörtern umgegangen ist und auch was das Magazin anbelangt, von dem du gerade gesprochen hast.
00:05:38: Ich habe irgendwann mich extrem begeistert für synthesizer, aber ohne musikalische Ausbildung und musste mich dann natürlich in die Materie einlesen durch damalige Fachmagazine.
00:05:49: Ich habe also auch keine musikalischen Grundkenntnisse gehabt.
00:05:54: Ich habe einfach losgelegt und habe mir das so nach und nach drauf geschaufelt.
00:06:03: sehr, sehr exzessiv.
00:06:04: Und als ich dann irgendwann festgestellt habe, dass es da mehr Menschen wie mich gibt, habe ich im Jahr two thousand, also es eben zu dem Zeitpunkt nur Fachmagazine, gedruckte Fachmagazine zum Thema Musikinstrumente gab, egal ob das Gitarren waren, synthesizer oder akustische Instrumente, jeglicher Akkulör.
00:06:25: habe ich mir gedacht, so was muss es eigentlich im Internet geben.
00:06:28: Und habe dann angefangen, einen Magazin zu erfinden, namens Amazona, also genau wie Amazon, nur mit dem A hinten dran.
00:06:38: So für mich war das eben so der Dschungel dieser unglaublichen Menge an damals.
00:06:47: Musikinstrumenten, da gehört ja der Computer plötzlich dazu, da gehörten DJ Produkte dazu, da gehörten also viele, viele Dinge dazu, die aus dem klassischen Musikladen nicht mehr entsprungen sind.
00:06:58: So plötzlich habe ich Plugins gehabt und konnte zu Hause über Garageband irgendwelche Tracks aufnehmen, auch wenn ich noch nie Musik vorher gemacht hatte.
00:07:06: Und ich dachte, da muss es ein Magazin dafür geben.
00:07:08: Und mit der Idee und den ersten Veröffentlichungen Ich war damals mein eigener Autor, bin natürlich zu den Fachmagazinen und gesagt, Mensch, ihr könnt mich doch da unterstützen und dann habt ihr, was weiß ich, fünfzig Prozent Anteil an dem, was daraus vielleicht einmal werden wird.
00:07:24: Und die haben das natürlich alle abgelehnt, weil die vom Anzeigenverkauf gelebt haben und dann gesagt haben, auf gar keinen Fall unterstützen wir irgendeinen Online-Magazin, das am Schluss Testberichte und Berichterstattungen zu Musik- und Stormimenten kostenlos bietet.
00:07:41: Dann verkaufen wir ja keine Anzeigen mehr.
00:07:43: Heute ist es so, dass tatsächlich all diese Verlage insolvent gegangen sind.
00:07:49: Ich glaube, es gibt noch ein einziges Fachmagazin in dem Bereich mit einer sehr kleinen Auflage.
00:07:55: Und Amazoner hat heute vierundachzig Autoren in fünf Redaktionen und über eine Million Leser pro Monat.
00:08:02: Also das ist ein Riesenapparat geworden.
00:08:06: der inzwischen auf praktisch übernommen worden ist.
00:08:09: Vom größten Musikhaus Europas, der Musikhaus Troman nennt sich das.
00:08:14: Die Musiker unter uns werden das kennen.
00:08:15: Das ist sehr, sehr namhaft und sehr einflussreich.
00:08:18: Und die haben irgendwann erkannt, was da gerade im Internet mit diesem Magazin abgibt.
00:08:23: Da wäre es gar nicht schlecht, das würde zum Konzern gehören.
00:08:27: Und ich konnte mir damals allerdings die Unabhängigkeit bewahren, konnte also sagen, wir können das schon machen.
00:08:34: Aber ich möchte einen Vertrag haben, mit dem wir weiterhin die redaktionelle Unabhängigkeit zugesehen werden.
00:08:39: Ich wollte also nicht ein klassisches Corporate Publishing-Magazin werden, das jeden Text und jede Zeile abstimmen muss mit dem Kunden.
00:08:45: Und die fand das richtig gut.
00:08:47: Da liegt uns gar nichts daran, weil wir hatten mit Amazon eine unglaubliche Reichweite auch aufgrund der Community aufgebaut, der Glaubwürdigkeit.
00:08:55: Und das ist auch heute nach wie vor immer wieder eine Herausforderung, den Lesern klarzumachen.
00:09:00: Das mag zwar einem großen Musikhaus gehören, aber denen ist es letztendlich egal.
00:09:08: Welches Instrument gekauft wird?
00:09:10: Hauptsache, es wird ein Instrument gekauft.
00:09:12: Wenn ich zum Beispiel für einen großen Markenhersteller ein Corporate-Magazin mache, dann habe ich ja immer die Herausforderung, dass ich immer irgendwie... Hinten durch die Brust sagen muss, das Produkt meines Herstellers ist das Beste im Vergleich zu allen Wettbewerbern.
00:09:24: Das hat jemand, der so einen europaweiten Musikhandel sehr professionell aufgezogen hat, dem ist egal, ob am Schluss ein Yamaha, ein Roland oder ein Kork Gerät gekauft wird, eine Gibson-Gitarre oder eine Fender-Gitarre.
00:09:36: Es wird eines dieser Produkte verkauft.
00:09:38: und das hat uns tatsächlich trotz dieser Übernahme durch Thomas oder diesem Verkauf an Thomas die redaktionelle Unabhängigkeit bewahrt.
00:09:46: Und das mache ich auch weiterhin während ich zum Beispiel Die Agentur, für die ich werbetext war, das war dann später auch meine eigene Agentur.
00:09:53: Und die habe ich dann mit Beginn des Erfolgs und meinen Romanen dann komplett veräußert.
00:10:02: Und während Amazon als so ein Herzensprojekt, das mache ich nach wie vor.
00:10:06: Schön.
00:10:07: Also, wenn ich die so zuhöre, dann merke ich, Du tauchst in eine Materie richtig ein.
00:10:13: Also du hast gerade gesagt, du warst kein Musiker, aber du hast gesehen, da brauchst du einfach eine Zeitschrift.
00:10:17: So, und dann fängst du an zu recherchieren.
00:10:19: Und bei deinem Buch, ich habe jetzt Höllenfeuer war das erste, das ich gelesen habe.
00:10:24: Ich habe gedacht, jetzt machen wir das Interview, dann kann ich die anderen Bücher alle noch kaufen.
00:10:27: Wie viel lasst du bislang geschrieben, Peter?
00:10:29: Also ich habe drei Bücher geschrieben und Turmschatten war mein erstes Buch.
00:10:34: Und das ist Turmschatten, ja, ganz kurz angerissen.
00:10:40: Ich habe schreibe immer politische Bücher, also die Fortsetzung von Turmschatten hat den Heinrich-Böll-Preis für den besten Politfriller, und in meinem Roman geht es immer quasi um die Brüchigkeit der Demokratie.
00:10:57: Und auch, um uns selbst zu reflektieren, wie demokratisch sind wir denn wirklich.
00:11:03: Im ersten Buch, Turmschatten, geht es eben um drei Leonatsis aus einer Kameradschaft, die versuchen, in einer Stadt den privat finanzierten Bau einer Synagoge zu verhindern.
00:11:14: Und dieses Geld möchte ein alter jüdischer Mann, den einem Turm lebt, spenden, damit der Bau der neuen Synagoge vorangeht.
00:11:23: Und dem wollen sie Angst machen.
00:11:25: Und dieser Überfall auf diesem Mann misslinkt.
00:11:30: Und der alte Mann bringt alle drei Neonazis in seine Gewalt, sperrt die in den Verließen seines Turms ein, baut vor jedem eine Live-Kamera auf, streamt die Gespräche mit denen ins Netz und fordert nun, jeden, der ein Handy hat oder ein Internetzugang dazu auf, abzustimmen, ob die nach den Gesprächen leben oder sterben sollen.
00:11:53: Und damit beginnt natürlich so was wie eine vertuschte Lünchostiz.
00:11:59: Weil man kann jetzt ganz anonym auf seinem Handy entscheiden, mache ich jetzt ein Kreuzel hin, beteilige ich mich da dran.
00:12:06: Selbst wenn ich mich über einen Abstimme nehme an der Abstimmung zu einer Lünchostizteil.
00:12:13: Und das fordert natürlich nicht nur die Polizei auf, diese drei Neonazis aus dem Turm zu befreien.
00:12:19: Sondern zu dem Turm kommen dann natürlich auch Schaulustige, weil es ist ziemlich schnell bekannt, wo dieser Turm steht, mitten in der Großstadt.
00:12:26: Und zieht natürlich auf der einen Seite Rechtsradikale an, die dafür demonstrieren und recht brutal dafür eintreten, dass die befreit werden müssen.
00:12:36: Und auf der anderen Seite auch die Linksradikalen, also auch die Antifas, die sagen, da wo die Rechtsradikalen sind, sind wir auch.
00:12:42: Die Polizei muss also nicht nur versuchen, die Geiseln zu befreien, sondern diese Fronten rund um den Turm, die immer größer wird und die Menschenmengen, die immer größer wird, auch voneinander auseinander zu halten.
00:12:54: Dann kommt noch die Presse.
00:12:55: Und die Presse ist natürlich in meinem Fall, da gibt es natürlich jetzt ganz seriöse Berichterstattungen, sehr, sehr vielen Sendern.
00:13:04: die also nicht einfach nur die Kamera drauf halten und sagen jetzt will ich Quote machen, sondern die das mit einem hohen journalistischen Anspruch machen, aber es gibt eben auch einen Sender, der für mich jetzt eben stellvertretend dort gezeigt wird, was da hinter den Kulissen läuft, der versucht so nah wie möglich dabei zu sein, also der am besten... Noch mit seinen Kameras im Turm ist, wenn dann endlich die Hinrichtung startet und vorher noch Werbezeiten verkauft, dann all die Kunden und da überlegt, passen da jetzt zu der ersten Hinrichtung, windeln besser dazu oder vielleicht Weißbier oder Autos.
00:13:38: Und das Ganze führt natürlich zum weltweiten Medienrommel.
00:13:42: Also dieser Turmschatten und alles, was da passiert.
00:13:48: Das fordert natürlich Aufmerksamkeit.
00:13:51: Und das geht natürlich viral.
00:13:53: Und alle wollen irgendwie sehen, wie geht das aus?
00:13:55: Also das ist ja eine Riesengeschichte.
00:13:58: Man muss sich ja wirklich vorstellen, dass die Polizei dann irgendwann Spezialeinsatzkräfte da hat, dass es Menschen gibt, also Spezialkräfte, die versuchen, in den Turmen einzudringen, übers Dach, über Hubschrauber und so weiter.
00:14:11: Aber dieser alte jüdische Mann ist auf... eine ganz spezielle Weise auf alles vorbereitet.
00:14:17: Und diese Geschichten, die er den drei Neonazis entlockt, sind eben wahre Geschichten.
00:14:22: Also das ist jetzt kommen wir zu diesem Punkt Recherche.
00:14:25: Nichts in diesem Buch ist effektiv, außer die Geiselname.
00:14:31: Alle anderen Figuren und alles, was mit den Neonazis, die Person der Neonazis selbst, aber auch die Geschichten bis hin zur Bewährungshelferin, aber auch der alte jüdische Mann etc.
00:14:41: sind an wahre Figuren angelehnt.
00:14:44: Also es ist genau umgekehrt, wie es normalerweise in solchen Büchern oder vor allem in Filmen, das war erster Drehbuch, in Filmen oder Falles.
00:14:53: Ähnlichkeiten sind rein zufällig.
00:14:56: Es ist hier so, dass man tatsächlich googlen kann und man findet sowohl die Ereignisse als auch die Personen.
00:15:02: Und das habe ich beibehalten.
00:15:04: bis dann auch zu den vollkommenen Büchern.
00:15:09: Also das habe ich auch beim Höllenfeuer gesehen in dem Roman.
00:15:14: Es waren Aspekte aus der Medizin, die ich aus meiner rettungsdienstlichen Tätigkeit beurteilen konnte.
00:15:19: Es waren Berichte.
00:15:24: kommen gleich noch ein bisschen darauf, worum es da geht.
00:15:27: Aber wenn ich jetzt dich so sprechen höre, einmal merke ich, da ist so eine Begeisterung, so eine Leidenschaft wirklich.
00:15:33: Und ich verstehe überhaupt nicht, warum ein Filmproduzent oder ein Regisseur nicht gesagt hat, ich will dieses Buch haben.
00:15:37: Das wird vielleicht, hoffentlich, wir gucken mal, wer diesen Podcast hört und sich dann auch bald ermeldet nachträglich.
00:15:44: Aber das ist ja alles, was in deinen Büchern beschrieben wird.
00:15:49: kann tatsächlich auch genau so passieren.
00:15:51: Also das ist jetzt, wenn du sagst, da versucht die SEK in diesen Turm reinzukommen, dann hast du dich vorher mit Leuten unterhalten, die dir tatsächlich auch verraten haben, wie die das machen würden.
00:16:03: Also fangen wir nochmal ganz kurz zu deiner Mutmaßung an, dass das vielleicht jetzt den Podcast jemand hört, der das dann doch noch verfilmen möchte.
00:16:13: Das ist bereits so filmen worden.
00:16:14: Also Türmschaffung, das ging um das... Kurz zu überschlagen, im Jahr zwölf hatte ich das Drehbuch, das wurde abgelehnt, einfach aus dem Grund, weil die Figuren ambivalent sind.
00:16:25: Also es gibt nicht den guten Juden und es gibt nicht die bösen Neonazis.
00:16:29: Sondern jede Figur ist dort sowohl als auch.
00:16:34: Und gerade bei den Lesen, deswegen wurde das Buch, glaube ich, auch so.
00:16:38: ein großer Volk später.
00:16:41: Du hast plötzlich Sympathien für eine Seite, für die du gar keine Sympathien haben möchtest.
00:16:46: Und du hast plötzlich einen Hass auf diesen alten jüdischen Mann, der die... Mengen manipuliert.
00:16:52: Das sehr geschickt.
00:16:54: Und dann dreht sich wieder alles.
00:16:56: Du bist also in einem Wechselbad der Gefühle.
00:16:59: Und ich habe Leserinnen gesagt, ich muss das Buch in die Ecke werfen.
00:17:02: Ich konnte nicht mehr weiterlesen.
00:17:03: Und dann wollte ich aber doch wissen, wie es weitergeht und habe es wieder gelesen.
00:17:06: Und zum Glück endet es so, dass ich dann für mich irgendwie mein Frieden damit gefunden habe.
00:17:12: Und ich habe eben damals das Buch angeboten und man hat sich nicht getraut, so ein ernsthaftes Thema in einem Thriller unterzubringen und gesagt, das wird uns die Presse um den Kopf hauen.
00:17:26: Und deswegen ist es nicht verfüllen werden.
00:17:27: Und dann hat einer der Produzenten damals gesagt, es wäre was ganz anderes, das wäre ein Bestseller.
00:17:32: was er natürlich gesagt hat, um mich von dem Projekt fernzuhalten und zu sagen so, naja, der wird da wohl nicht jetzt anfangen, ein Buch damit zu schreiben.
00:17:40: Und dann habe ich eben genau das getan, das hat mich auch fünf Jahre gekostet, also da, weil dann musste ich natürlich deutlich tiefer recherchieren, als das, was in neunzig Minuten Film vorkommen würde und hatte das Buch fertig.
00:17:52: und auch dann, als ich dieses Angebot noch bei verlagen, war genau dieselbe Aussage.
00:17:58: Man kann keinen politisch ernsthaften Stoff in so einen Thriller packen.
00:18:03: Und mein Gegenargument war immer, ich will aber auch nicht bei einer akademischen Schicht landen, denen ich nicht mehr sagen muss, wie gefährlich Rechtspopulismus oder Rechtsradikalismus ist.
00:18:14: Ich will auf dem Schulhof landen und deshalb habe ich das als Thriller geschrieben.
00:18:19: Und das hat dann tatsächlich wieder drei Jahre gedauert.
00:18:23: Ich habe es dann im Internet veröffentlicht kostenlos und dort wurde es dann erfolgt und hat es ein ganz kleiner.
00:18:28: Berliner Verlag veröffentlicht als Haltkaber.
00:18:31: Und dann hat die Süddeutsche Zeitung dem irgendwann eine ganze Seite im Literaturteil gewidmend als Aufmacher.
00:18:38: Und dann kamen auch plötzlich wieder die großen Verlagen, die gesagt haben, Mensch, können wir nicht irgendwie die Rechte wieder zurückkaufen?
00:18:45: und im kleinen Verlag, weil die kriegen ja keinen Druck auf die Straße.
00:18:49: Und ich war mit denen so gut befreundet, dass die dann wirklich gesagt haben, Peter, wir wollen ja nicht im Weg stehen.
00:18:53: Wir haben die praktisch Starthilfe verschafft.
00:18:56: Und.
00:18:56: Die haben wir tatsächlich, was ich nie gedacht hätte damals, die Rechte wieder zurückgegeben.
00:19:00: Dann wurden die Rechte versteigert und dann hat Piper Verlag den Zuschlag bekommen und hat das Buch im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Und dann ist es auch erst erfolgreich geworden.
00:19:23: Und auch zu der Zeitpunkt kamen dann die ganzen Filmproduktionen, die damals ausgestiegen sind und sie wieder eingestiegen.
00:19:29: Also inzwischen ist es bis nach USA verkauft worden, bis nach Paramount.
00:19:34: Und Paramount hat daraus eine sehr, sehr aufwendige, sechsteilige Streaming-Serie produziert.
00:19:41: Und die Startet jetzt.
00:19:43: dann zu Münchner Filmfest wird man die ersten Teile sehen können und im Herbst wird dann Hoffentlich, ja, also sein weltweiter Staat geplant, weltweit Türmschatten als Fernsehserie rauskommt.
00:19:59: Also das ist nur mal so kurz eingebunden, es gibt also Interesse.
00:20:04: Herzlichen
00:20:04: Glückwunsch dafür, aber das ist, weiß ich, man hört immer so, ja, da hat man einen Bestseller geschrieben, aber wenn ich jetzt Noch mal so zusammenfassend, du hast fünf Jahre recherchiert, du hast es erst kostenlos auf der Website angeboten um überhaupt Leute darauf aufmerksam zu machen und würdest du sagen, dass davon anfang an ein Konzept war, dass du im Hintergrund hattest und dein Ziel war wirklich die großen Verlage nochmal aufmerksam zu machen und die Filmproduktionsfirma auf dich aufmerksam zu machen?
00:20:34: oder war da auch Glück und Zufall dabei, dass der richtige zu dem Zeitpunkt die Zeilen nochmal gefunden hat und gesagt hat, da möchte ich was in der Situation zu schreiben.
00:20:44: Also es ist glaube ich das allerwichtigste war, dass ich natürlich hatte ich die gesamte Story im Kopf, also zusammengefasst auf fünf, sechs Seiten.
00:20:53: Und ich hatte das Gefühl, ich muss es schreiben, egal ob es jemand verkauft oder nicht.
00:20:59: Und weil Ab sagen gab es genügend und ich habe es eben dann trotzdem geschrieben.
00:21:05: Und ich war ja wie gesagt Geschäftsführer von NATO.
00:21:09: ja, recht umfangreichen Werbeagenturen München, hatte noch dieses Magazin als Chefredakteur und eine Familie mit drei Kindern, die alle in dem Alter noch alle zu Hause bei uns gewohnt haben.
00:21:21: Also, und ich habe mich trotzdem am Wochenende ausgeklinkt, ich hatte so eine Ferienwohnung nicht unweit von München entfernt und habe dann gesagt, du darfst mir nicht böse sein, sie war es mir trotzdem.
00:21:31: Ich werde schreiben, ich werde dieses Wochenende wieder von Freitag bis Sonntag allein in unserer Ferienwohnung verbringen.
00:21:38: nicht mit einer geliebten sondern mit meinem roman und da gibt es nicht viele frauen die das mitmachen.
00:21:44: also da gab es auch natürlich immer wieder mal kritik so nach dem motto und jetzt lässt sich das ganze wochen in der lern und du schreibst wer soll das überhaupt lesen?
00:21:52: es liest doch eh nie jemand her du schreibst doch nur für dich das ist doch nur alles um dich selbst zufrieden.
00:21:58: und Ja, also sie hat ja auch lange recht gehabt, es hat ja auch wirklich dann zehn Jahre gedauert, bis daraus endlich was Verwertbares wurde.
00:22:07: Also wenn man jetzt alles zusammenrechnet, zwölf hatte ich das erste Mal an, da hat mit der Idee und dem Grundkonzept das Drehbuch angeboten und im Jahr und zwanzig kam dann der Piper Roman raus.
00:22:20: Da war ich schon an so einem Punkt, kurz bevor das alles dann durchgestartet ist, dass ich gesagt habe, gut, das war halt jetzt mal ein Versuch.
00:22:26: Ich habe es mal probiert.
00:22:28: Es hat nicht geklappt.
00:22:29: Und dann kam tatsächlich der Zufall.
00:22:30: Allerdings muss man auch sagen, dass immer sehr, sehr große Steine in den Weg gelegt wurden.
00:22:37: Also der positive Zufall war da aber auch der negative.
00:22:41: Zum Beispiel, als der Berliner Verlag im Jahr twohundneinzehn beschlossen hat, dieses Buch zu veröffentlichen als Hardcover.
00:22:47: Und für mich schon so, wow, jetzt starten wir durch.
00:22:50: Es hat es ja doch noch irgendjemand haben wollen und macht es in einer kleinen Auflage und bringt es als Hardcover raus und so.
00:22:57: Also das war Wahnsinn.
00:23:00: Und dann war das Buch fertig für das Jahr zwanzig Leipziger Buchmesse und war ein Terminegesetz für Presse-Releases für Lesungen während der Messe und so weiter.
00:23:11: Und dann kam Corona.
00:23:13: Und dann fiel die Leipziger Buchmesse aus und dann hatte der Buchhandel geschlossen.
00:23:17: Und dann hat auch Amazon keine Bücher mehr ausgeliefert, das hat zumindest keine neue Veröffentlichungen mehr.
00:23:26: Also das war dann so ein Rieseneinschnitt.
00:23:29: Also auch die gesamte Corona-Zeitung, jetzt hast du zwar ein Buch, aber keiner kann es kaufen.
00:23:35: Also das waren auch immer wieder enorme Rückschläge da.
00:23:39: Also das ist etwas, was wir beim Speed Learning als die apokalyptischen Reiter bezeichnen.
00:23:43: Weißt du, du kennst Murphys Gesetz.
00:23:45: Das Schlimmste passiert im ungünstigsten Notfall und die apokalyptischen Reiter sind quasi Murphys große Brüder.
00:23:51: Also sowas wie deine Frau, die sagt, jetzt lässt du mich hier alleine.
00:23:54: Weißt du, so ein bisschen emotional auch.
00:23:56: Es werde
00:23:56: ich hier sagen, dass sie ein apokalyptischer Reiter ist, das freut sie.
00:24:01: Und dann aber auch wirklich, ich meine, das ist ja... Das kann ein ja auch verletzen.
00:24:05: Weißt du, dein Buch liest doch eh keiner.
00:24:07: Das sind ja eigentlich auch harte Aussagen, die man da hört von den Menschen, für die man das ja irgendwo auch ein bisschen macht.
00:24:14: Denn wenn es funktioniert, hat ja jeder was davon.
00:24:17: Es ist ja auf der einen Seite ein Herzensprojekt, das so deine Selbstverwirklichung ist, aber auf der anderen Seite... Setzt du dich ja nicht am Wochenende irgendwie in eure Ferienwohnung um zu schreiben, weil du sagst, ich kann meine Frau nicht um mich herum ertragen, ich möchte meine Ruhe haben.
00:24:34: Und ich schreibe jetzt ein Buch, das unsere Familie ruiniert, sondern du denkst ja weiter und überlegst dir, was wäre denn, was kann daraus alles werden?
00:24:42: Und es dauert zehn Jahre, weißt du?
00:24:44: Und jetzt im Nachhinein.
00:24:46: Lies deine Frau hoffentlich auch dieses Buch und erzählt all ihren Freundinnen davon und ist ganz stolz auf ihren Mann und sieht das ein bisschen differenzierter.
00:24:54: Aber das ist ja oft etwas, wenn wir ein Lernprojekt oder ein Projekt angehen, wirklich durchhalten zu können.
00:25:01: Da kommt eine Corona-Pandemie.
00:25:03: Da kommen fünfzig oder hundert Absagen von irgendwelchen Verlagen, in die man Hoffnung reingesetzt hat.
00:25:10: Weißt du, dann hat man in so ein kleines Erfolgserlebnis mit einem Berliner Verlag.
00:25:16: und dann kommt plötzlich ein großer.
00:25:17: und dann ist wieder so die frage bin ich jetzt an den kleinen gebunden oder kann ich den wechsel zum großen schaffen bis dann irgendwann eben tatsächlich die serie irgendwie im deutschen fans sind oder bei netflix oder bei amazon prime kommt und man dann sagt so
00:25:32: jetzt
00:25:33: weißt du und das sind ja überschreib blockaden haben wir noch gar nicht gesprochen da können wir gleich mal noch hinkommen.
00:25:42: was mich noch interessiert Also das Thema, das du ja jetzt so auch sehr umfangreich zu deinem Buch schon beschrieben hast, worum es da geht.
00:25:52: Es ist in unserem Land ja immer ein bisschen schwierig, wenn man etwas Jüdisches irgendwie ein bisschen differenziert betrachtet, habe ich den Eindruck.
00:26:01: Da werden wir immer schneller unsere Geschichte erinnert.
00:26:04: wenn wir beide da selbst nicht mehr mit dabei waren, aber da wird dann gesagt, alles, was jüdisch ist, ist in Deutschland per se erst mal als gut zu finden.
00:26:12: Das ist mein persönlicher Eindruck.
00:26:15: Und alles andere muss man eben erst mal irgendwo abstimmen lassen.
00:26:21: Gleichzeitig hast du die Neonazisszene offensichtlich etwas genauer angeguckt, auch was für Charaktere sich überhaupt dort wiederfinden, weil du gesagt hast, dass die Geschichten von diesen drei Neonazis echte Geschichten sind.
00:26:35: Dann was passiert, wenn so etwas... öffentlich bekannt gemacht wird, welche Kaskade wird in unserem Staat ausgelöst, wenn man hier jetzt nicht sagen kann, ach komm, das ist deren Privatvergnügen, die wollten dem alten Mann was tun, der hat sich jetzt halt den Keller gesperrt und wenn es blöd läuft, dann kommen sie da halt nicht mehr raus.
00:26:55: Das ist in Deutschland ja jetzt nicht so üblich, dass man sowas machen darf, also wird die Polizei involviert.
00:27:01: Die versuchen muss, egal wie diese Menschen denken, sie zunächst mal vor dem Tod zu bewahren.
00:27:07: Fünf Jahre hast du recherchiert.
00:27:10: Ich gehe noch mal einen Schritt zurück.
00:27:12: Wie kamst du auf diese Idee?
00:27:14: Also, ich sage mal, mit was für Menschen hast du in deiner Kindheit gespielt, dass du auf so eine Geschichte erst mal kommst?
00:27:22: Und als du dann angefangen hast zu recherchieren, wo fängt man da an?
00:27:25: Du hast die ganze Geschichte schon im Kopf gehabt, hast du gesagt.
00:27:27: Das heißt, es ist nicht erst während der Recherche irgendwie die Geschichte entstanden, sondern die war im Kopf schon fertig, wenn ich dich richtig verstanden habe, auf diesen zehn Dienervierseiten.
00:27:37: Also...
00:27:38: Ich erzählte.
00:27:40: Also
00:27:41: vielleicht erst mal zu den israelischen Mitbürgern und jüdischen Mitbürgern.
00:27:45: Ich glaube, dass da sehr viele Vorurteile existieren, die ich teils auch hatte, was man über den jüdischen Mitbürger schreiben darf oder nicht.
00:27:55: Ich bin in Tumschatten sehr kritisch mit der israelischen Außenpolitik nach dem Krieg umgegangen.
00:28:02: Also es darum ging, damals, gerade nach dem Oktoberfest-Anschlag bei uns, Olympiaden-Anschlag, dass eben die Israelis die verantwortlichen weltweit gejagt und auch in anderen Ländern dann tatsächlich ermordet haben, dann ist tatsächlich eine Liste entstanden, auf der man weltweit die alten Nazis gejagt hat.
00:28:29: Damit bin ich, weil es geht gar nicht so rum, dass sie nicht das Recht hatten, das zu tun, sondern dass sie das auf Staatsboden anderer Völker gemacht haben, ohne deren Zustimmung einzuholen.
00:28:43: Und dabei zum Beispiel auch noch Unschuldige ermordet haben, bedauerlicherweise eben halt, oh, Mist, wir haben den falsch erwischt.
00:28:52: Und da hatte ich dann später schon Angst, weil es sind alles Themen, die in Türmschatten vorkommen.
00:28:57: dass ich da mir vielleicht schon die eine oder andere Rüge einholen würde oder zumindest keinen Ritterschlag erhalten würde von der israelitischen Gemeinde.
00:29:07: und genau das Gegenteil war der Fall.
00:29:10: Die sind schon selbst reflektierend und gehen auch kritisch damit um und haben trotz Alledemigheit damals eine Einladung von der Sholotte Knobloch bekommen, nachdem das Buch rauskam und die mir dann einen sogenannten Quote geschrieben hat, also wirklich ein sehr, sehr langen umfangreichen Artikel, wie sehr und wie wichtig dieses Buch ist und dass ihr das sehr begrüßt, wenn es sehr, sehr viele Menschen lesen würden.
00:29:32: Und das, obwohl ich sowohl mit dem alten jüdischen Mann als auch mit der Geschichte Israels nach dem Krieg schon auch kritische Zahlen habe fallen lassen.
00:29:43: Also das glaube ich, das unterstellt man denen immer nur, dass man denkt, ah, man darf überhaupt nichts Kritisches äußern.
00:29:51: Das habe ich zumindest noch nicht so erlebt.
00:29:54: Und jetzt, wie kam ich zu der Geschichte?
00:29:59: Ich bin ja inzwischen durch diese Bücher sehr, sehr viel in Organisationen, die in Schulen unterwegs sind, also Schule ohne Rassismus oder German Dream, wird unterstützt von... Bundeszentrale für politische Bildung, bin also sowohl im Klassenverband als auch in der gesamten Schule und drehte dort auf, mache nicht nur Lesungen, sondern wir reden über Werte und Demokratie und solche Dinge, aber weil mir das alles sehr wichtig ist und das war eigentlich der Grund, wie es zu diesen Büchern kam.
00:30:27: Ich werde oft in diesen Lesungen in Schulen gefragt, sind sie jüdisch?
00:30:32: Und ich antworte dann darauf, nein, ich bin nicht jüdisch, aber meine zwei Großeltern, vor allen Dingen quetterlicherseits, waren überzeugte Nationalsozialisten.
00:30:41: Und da sind wir dann erst mal buff.
00:30:45: und dann gehe ich damit natürlich auch ganz offen um und sage auch, dass ich natürlich bei meinen, auch jetzt was diese Beschreibung, der Kindheitsbeschreibung der Neonazis in Tumschatten anbelangt, sind auch viele meiner Kindheitserinnerungen dabei.
00:30:58: Wenn ich eben auf dem Schoß meines Großvaters saß und der mir erzählt hat, wie er im Alleingang praktisch halb Russland erobert hat und dass wir dann den Krieg verloren haben, war nur die Schuld der Juden.
00:31:11: dann bin das auch ich, der das miterlebt hat.
00:31:14: Und als ich dann älter wurde und auch natürlich meine Eltern in dieser Gesinnung, zumindest vielleicht nicht rechts, nationalsozialistisch gelagert, aber doch noch immer sehr konservativ, wie gesagt, dann bringen wir du ja nie in den Türkenheim etc.
00:31:31: Und die, die mir auch versucht haben klarzumachen, Damals hatte ich noch Haare, du warst also blond, weiß, groß, privilegiert, blaue Augen, bei mir war es grüne, aber egal, du darfst dich ruhig als was Besseres fühlen.
00:31:48: Also mit diesem selbstverständlich bin ich groß geworden in diesem Umfeld meiner Großeltern und Eltern.
00:31:55: Da gab es noch keine Diversität.
00:31:59: Der Blickwinkel war immer von oben herab und nicht von unten nach oben, wenn es um andere ging.
00:32:04: Und erst, als ich eine Band gegründet habe, und dann hatten wir plötzlich einen schwarzen Schlagzeuger, einen türkischen Gitarristen und so weiter, da ist so dieser Wahnsinn erst mir bewusst geworden, was in welchem Umfeld ich aufgewachsen bin.
00:32:19: Und dann hatte ich eben später, leider habe ich meine Großeltern beide Opa sind zu früh gestorben, als dass ich mich dann so mit ihnen auseinandersetzen hätte können.
00:32:29: Also musste ich mich mit seinen, mit den Schwestern und Tanten und ich weiß nicht, was mir die ganzen Verwandten auseinandersetzen und habe immer mehr und immer mehr recherchiert, wie es dazu kam und wie sie das geworden sind, was sie am Ende waren.
00:32:40: Großvater Väterlicherseits wurde noch.
00:32:43: Nach dem Krieg ins Gefängnis eingesperrt, weil er aus der Fahnden Straßenbahn einen jüdischen Mitbürger geworfen hat.
00:32:50: Also der war also auch ein Unverbesserlicher.
00:32:53: Und das fand ich ganz wichtig, dass ich da irgendwie so... den den Wechsel, der in meinem Kopf vollzogen worden ist und der Umgang mit der ganzen Thematik, den ich sehr kritisch dann betrachtet habe, vielleicht nach außen weitergeben.
00:33:08: Und ich habe einfach alles recherchiert, was seit nineteenhundertfünfundvierzig in der Nachkriegszeit bei uns unterschwellig diesen Rechtsradikalismus wachsen hat lassen.
00:33:20: Also sei es zum Beispiel die Viking-Jugend, da konnte man noch bis in die achtziger Jahre seine Kinder in den nationalsozialistischen Gesinnungserziehungen geben.
00:33:29: Daraus ging zum Beispiel Gundolf Köhler hervor, der ist jetzt, wie gesagt, derjenige, der den Oktoberfestanschlag verübt hat.
00:33:38: Und heutige Rechtsradikale haben diese initialen GK ganz stolz irgendwo auf dem Körper tätowiert, weil der für sie ein Held ist, immer noch.
00:33:48: Und das fand ich alles ganz spannend und wichtig.
00:33:52: Und mein Anliegen war es ja immer, nicht der finanziell erfolgreicher Autor zu werden, sondern halt meinen Beitrag zu leisten gegen dieses Gedankengut.
00:34:02: Und als ich all dieses Material fertig hatte, das ist jetzt nur Recherchematerial, dann habe ich halt gemerkt, wenn ich zu irgendwelchen Veranstaltungen gehe, von KZ-Gedenkstätten, Holocaust-Veranstaltungen,
00:34:15: etc.,
00:34:16: dass ich immer auf dieselben Menschen treffe, die dann vielleicht dieses Sachbuch lesen würden.
00:34:24: Ich habe mir gedacht, das ist wie Eul nach Athen tragen.
00:34:26: Für die brauchst du das nicht schreiben.
00:34:28: Die musst du nicht davon in Kenntnis setzen, wie gefährlich Rechtsradikalismus ist.
00:34:33: Und darauf habe ich gedacht, ich brauche eine Story.
00:34:37: Und diese Story, die muss alles zusammenhalten, in der muss es die Möglichkeit geben, all meinen Wissen einzufügen.
00:34:46: ohne dass es der Leser so richtig als Botschaft mitbekommt.
00:34:49: Deswegen muss es sehr, sehr spannend sein.
00:34:51: Du musst da durchmarschieren durch das Buch und am Schluss muss aber was hängen bleiben und das sind eben die Botschaft, die ich da versteckt habe.
00:34:57: Und daraus wurde dann Turm schatten und zwar dadurch, dass ein Freund sich in München einen Hochbunker gekauft hat und eingeladen hat und ich stand vor diesem Haus und er hat mir nicht erzählt, dass es ein Hochbunker ist.
00:35:12: und so noch vor dem Krieg haben die Neonazis, die Nazis ein Hochbunker gebaut.
00:35:18: und haben die Gitarren.
00:35:19: Also die sehen nicht wie die modernen Hochbunker in der Stadt aus, denen man sofort anerkennt, dass sie ein Hochbunker sind, sondern die sehen aus wie mittelalterliche Wertürme.
00:35:26: Haben also auch ein Giebeltach, Spitz und so weiter.
00:35:29: Und zehn von uns sind achteckig und von außen denkst du, das ist halt ein Überbleibsel aus irgendeiner Burgruine.
00:35:36: Und erst wenn du reingehst, stellst du fest, meine Herren, das ist ein Hochbunker.
00:35:43: Da hat es Glück gemacht, dass ich in diesem unglaublichen Bauwerk drin war, das von außen Geschichte vortäuscht, die es von innen überhaupt nicht hat und eigentlich für Krieg und Vernichtung und Schutz vorgesehen war.
00:35:59: Und wie gesagt, der ist ja zum Zeitpunkt gebaut worden, da haben die schon gewusst, wenn wir in den Krieg anfangen, dann wird auch vielleicht ein Luftkrieg nach Deutschland kommen.
00:36:06: Sie haben natürlich nicht geahnden, in welchem Maße das passieren wird, aber sie haben schon vor dem Krieg gewusst, wir müssen dann die Bevölkerung schützen vor Luftangreifen.
00:36:14: Also sehr naiv gedacht damals, klar, weil keiner wusste, welche Ausmaßers annehmen würde.
00:36:19: Aber... Da dachte ich mir, hier kannst du diese Geschichte erzählen von dem alten jüdischen Mann, der oben in diesem lichtdurchfluteten Dachgeschoss lebt und als er dann diese drei Neonazis gefangen nimmt, dann in seiner dunklen, schwarzen Seele auch hinab steigt und all das grauen, weil er selbst den Holocaust überlebt, dann wieder erlebt und dann quasi der Gesellschaft so ein Denkzettel verpassen will.
00:36:47: Also so würde ich es mal... ganz scharf zusammenfassen.
00:36:49: Und daraufhin habe ich dann den Roman geschrieben.
00:36:52: Also das, ähm, so, so, alles und ja, alles ein bisschen, ja, das so getrieben.
00:37:01: Ich würde sagen, äh, getrieben, etwas erzählen zu wollen.
00:37:04: und plötzlich hat es Klick gemacht und dann habe ich gewusst, wie ich es erzähle.
00:37:08: Und dann musste ich natürlich Ausschnitt geschmücken, weil das, was ich am Anfang erzählt habe, als Inhaltsangabe, klassischer Aufzugspitch.
00:37:16: Der reicht natürlich nicht um sechshundert Seiten zu füllen.
00:37:18: Der reicht vielleicht, um hundert Seiten Drehbuch zu füllen und neunzig Minuten Film draus zu machen.
00:37:22: Aber er reicht nicht, um wirklich ernsthaft sich mit dem Thema zu beschäftigen.
00:37:26: Insofern war die Ablehnung als Filmprojekt, der bin ich heute extrem dankbar, weil sonst wäre ja der Roman nie entstanden.
00:37:34: Und damit hat es einen ganz anderen Stufe erreicht.
00:37:38: Ich finde es vor allem sehr beeindruckend und da ziehe ich meinen Hut vor dir, dass du der du als Kind und Jugendliche immer gesagt bekommen hast, du bist privilegiert, du bist was Besonderes, da darfst du dir was drauf einbilden, dieses Kompliment infrage gestellt hat.
00:37:53: Weißt du, es ist ja immer einfach zu sagen, ja, ich kriege hier was Positives, was für mich Gutes gesagt.
00:38:01: Ich bin privilegiert, da muss ich mich nicht mit den anderen auseinandersetzen.
00:38:04: Ich kann einfach so leben und in meiner Blase bleiben, ohne links, rechts gucken zu müssen.
00:38:10: Aber was du gemacht hast, ist ja, du hast das ja infrage gestellt.
00:38:13: durch einfach Erlebnisse, Begegnungen, die du hattest.
00:38:17: Und das Ganze dann wirklich auch kritisch zu hinterfragen.
00:38:21: Und auch dann die eigene Familienhistorie zu hinterfragen.
00:38:24: Meine Großeltern haben auch noch im Krieg gekämpft und haben dann auch ganz stolz gesagt, als erster Abdrück hat gewonnen.
00:38:30: Wo man sich dann im Nachhinein denkt, ja, aber wär's dir nicht lieber gewesen, du hättest nicht abdrücken müssen.
00:38:36: Also gab's keine andere Möglichkeit.
00:38:38: Mein Opa hat dann immer nur zu mir gesagt, weißt du, Ihr könnt als junge Leute heute so viel schimpfen, wie ihr wollt, ihr werdet damals genauso mitmarschiert wie wir.
00:38:47: Und das hat er mit einer, also er hätte mit mir nie jetzt Schindlers Liste im Kino angeguckt.
00:38:53: oder der Soldat James Ryan.
00:38:55: Ich hatte mal gefragt und gesagt, ich habe in meinem Leben genug Krieg gehabt, das reicht für zwei Leben.
00:39:00: Er war dann irgendwann freu als er in Malta gefangen war, weil er konnte da nicht weg, da konnte er sich frei bewegen und muss nichts mehr machen.
00:39:06: Aber seine Aussage war tatsächlich immer, Die ganzen jungen Leute, die uns alten, die damals im Krieg waren und nicht gegen das Regime aufgegangen sind, kritisieren, die würden heute genauso mitlaufen.
00:39:20: Und ich fand das während der Corona-Pandemie, fand ich das auch sehr beeindruckend, einmal zu sehen, wie schnell man aus seinem Land nicht mehr rauskommt und wie schnell sich das Umfeld aufspaltet in zwei Gruppen.
00:39:33: Denn es gab ja keine Mitte während der Corona-Pandemie mehr.
00:39:37: Es gab nur die einen, die gesagt haben, ich bin dafür, ich lasse mich impfen und mache den ganzen Kram mit.
00:39:42: Und die anderen, die sämtliche Verschwörungstheorien hatten.
00:39:45: Und da gibt es ja auch heute auch keine Lernkurve in beiden Gruppen, habe ich den Eindruck manchmal nicht.
00:39:51: Also so dieses, das wovon man, was man quasi auch durch Erziehung gelernt bekommt, in Frage zu stellen, glaube ich, diesen Schritt, da tun sich sehr viele Menschen schwer.
00:40:00: Deswegen finde ich das großartig, dass du das auch in die Schulen bringst.
00:40:03: Dankeschön.
00:40:06: Und war das dann der zweite Höhlenfeuer, war das der zweite Roman, den du geschrieben
00:40:10: hast?
00:40:11: Der zweite war dann, weil Turm Schatten spielt eben, weil ich ihn in den Jahr Jahrzehnte angefangen habe zu schreiben, und als ich die Fortsetzung geschrieben habe, war eben schon im Jahr Jahrzehnte, also Turm Gold, die Fortsetzung von Turm Schatten spielt zehn Jahre nach den Ereignissen von Turm Schatten.
00:40:27: Und damals, ob es im Jahr war, war eben noch die NPD ganz stark in der Politik, die zum Glück dann unter Belanglosigkeit abzurechnen war.
00:40:38: Und dann gab es eben den Platzhalter und den hat die AfD eingenommen.
00:40:43: Und insofern beschäftigt sich Turm Gold sehr, sehr stark mit der AfD und mit Rechtspopulismus, mit Polizisten, die am liebsten in den Innenuniformen bei AfD-Wahlveranstaltungen auftreten.
00:40:56: Aber auch zum Beispiel, das war ganz faszinierend, weil zwei Monate bevor, ich glaube sogar sechs Wochen bevor, diese Ratia bei den Reichsbürgern stattfand wegen einem versuchten Putschversuch.
00:41:11: Heute war wieder eine Nachricht, dass es dann doch mehr und auch mit der KSK zusammenhängen, als wir am Anfang gedacht haben.
00:41:19: Also nicht nur solche Birdbiertümpel waren und genau dieser Reichsputschversuch zusammen mit der KSK oder mit ehemaligen Einheiten der KSK, der ist auch Thema in Turmgold.
00:41:30: Und wie gesagt, da hatte ein Handlungsstrang in Turmgold und da hatte mir aufgrund der Recherche damals die... Damals Bundesverteidigungsministerin Graham Karrenbauer hatte eine Einheit bei der KSK aufgelöst wegen extremer Rechtsumtriebe.
00:41:45: Damals wurde schon festgestellt, dass sehr, sehr viele Waffen und Munition verschwunden sind, die dann bei der Inventur immer bereinigt wurden, damit es nicht auffällt.
00:41:54: Und die sind eben bis heute nicht gefunden worden.
00:41:57: Und da waren eben auch schon Reichsbürger dabei.
00:42:00: Und ich habe in meiner normalen Fiktion erschaffen, bei dem eben die Reichsbürger in Verbindung mit ehemaligen Spezialkräften des Militärs, eben KSK, einen Umsturzversuch in Berlin vorhaben.
00:42:14: Und exakt dieses Szenario ist dann eingetreten sechs Wochen später.
00:42:19: Das Faszinierende dabei war, dass der Verlag und die Lektoren gesagt haben, lass doch diese halt raus.
00:42:28: Die Romanen sind jetzt so realistisch und so nah an der Wirklichkeit, aber das hier ist doch wirklich weit weg von dem, was passieren kann.
00:42:36: Außerdem ist es vielleicht auch ein Handlungsstrang zu viel.
00:42:39: Und wir waren wirklich kurz einmal überlegen, es zu streichen.
00:42:42: Das Buch hätte auch so funktionieren.
00:42:43: Da gibt es einen Haupthandlungstrang, der spannend genug ist.
00:42:46: Und dann haben wir es aber drin lassen.
00:42:47: und dann, wie gesagt, sechs Wochen später war diese Ratia.
00:42:51: Und wir haben uns alle gedacht, um Gottes Willen, das gibt es ja gar nicht.
00:42:55: Und das hat, glaube ich, schon etwas damit zu tun, wenn man sehr, sehr... also praktisch und investigativ recherchiert, sich mit entsprechenden Spezialkräften trifft, die bei der KSK sind, die mich unterstützt haben, aber auch mit Politikern und vielen anderen Organisationen bis hin zur bayerischen Landesregierung.
00:43:16: Dann kommst du irgendwann an einem Punkt, dass du sagst, wenn du jetzt eins und eins zusammenzählst, dann müsste daraus eigentlich irgendwann ein Putschversuch entstehen.
00:43:28: Ja, diese Wahnsinnigen, es gab ja schon ganz viele Bücher und auch Filme und Dokumentation über die Reichsbürger.
00:43:36: Und es gab auch schon Übergriffe auf Polizisten, die versucht haben, die zu entwaffnen und so weiter, sogar an Toten damals.
00:43:43: Und dann hat der, das sind ja Sachen passiert, das ist unglaublich.
00:43:48: Da wurde zum Beispiel ein leitender Offizier.
00:43:57: der KSK in den Ruhestand übergeben und man hat das in seiner Einheit gefeiert.
00:44:04: Zum einen natürlich mit Rost-Wessel-Liedern und rechten Arm hochheben, auf der anderen Seite mit Schweinekopf weit werfen und Der Gewinner dieses Schweinekopf-Weidwurfs hat dann eine Prostituierte bekommen.
00:44:22: Die sollte dann den Gewinner, natürlich war das der Gener, das er die weiß gar nicht, ob es der General war, aber auf jeden Fall war es derjenige, der um den es jetzt hier geht, der verabschiedet worden ist.
00:44:31: Und die sollte ihn Nazi-Opern nennen.
00:44:35: hat sie natürlich gemacht, was sie nicht wusste, dass sie alles auch gefilmt hat und damit zur Presse gegangen ist.
00:44:41: Und das sind natürlich Recherchen, die ich wieder gefunden habe, die auch nicht schwer zu finden, wenn man Nazi-Opa googelt und KSK.
00:44:49: Dann weiß man sofort, wen es geht.
00:44:51: Und das spielt natürlich eine der Hauptrollen in Turmgold.
00:44:55: Und trotzdem, wenn man da einfach alles zusammenrechnet und alle Fakten auf den Tisch legt, dann sagt man, Mensch, da könnte doch was sein, das was unter der Oberfläche brodelt.
00:45:03: Das war also der zweite Roman, der hieß Turmgold.
00:45:06: Der hat auch wie gesagt diesen Preis der Heinrich-Böll-Stiftung bekommen.
00:45:10: Und Anfang XXIII habe ich wieder einen Roman geschrieben, da dachte dann jeder, ich schreibe jetzt den Abschluss der Trilogie, das habe ich aber nicht getan, sondern ich habe mich dem islamistischen Terror gewidmet, weil für mich auch da jetzt wieder durch die Recherche klar geworden ist, wenn etwas unsere Demokratie gerade im Augenblick mit dem starken Rechtspopulismus nochmal ins Schwanken bringen kann, dann wäre es ein... fürchterlicher islamistischer Anschlag, denn wenn etwas in der Größenordnung wie Nine Eleven in Deutschland passieren würde und nicht nur in der Größenordnung Breitscheidplatz, bei dem irgendeiner Wahnsinniger mit einem Bus durch die Fußgängerzone fährt, wenn also jeder von uns jemanden kennt, der in Mitleidschaft gezogen worden ist, vielleicht sogar Verwandte, dann würde es in meiner Theorie dazu führen, dass der Rechtsdruck in der Gesellschaft, aufgrund der Angst und der Panik, die dann herrscht, dass jeder sagt, wir brauchen die starke Hand, die vermeintlich starke Hand, dann würde der Rechtsdruck nochmal deutlicher werden.
00:46:20: Und vielleicht sogar dazu führen, dass die kommenden Bundestagswahlen in eine ganz andere Richtung gehen würden.
00:46:26: Und dieses Szenario habe ich eben in Höllenfeuer beschrieben.
00:46:31: dass es eben einen islamistischen Anschlag in dem Fall in der Münchner U-Bahn gibt und daraus sich unglaubliche Konsequenzen ableiten.
00:46:40: Also das ist der dritte Romantien.
00:46:42: und Höllenfeuer heißt das Ganze, weil Höllenfeuer ist ein Begriff, der aus dem Koran stammt, in dem es eben heißt, dass die Ungläubigen im Höllenfeuer brennen werden.
00:46:58: Aus dieser einen Suri zieht eben der Islamist Platz.
00:47:02: unterscheiden von einem Moslem.
00:47:04: Also das ist praktisch der Radikale, die Rechtfertigung daraus, Andersgläubige in Sehenseits zu schicken, wie auch immer.
00:47:13: Und das war so ein bisschen meine Angst, dass das vielleicht, dass man das so als Islam hassenden Autor interpretiert.
00:47:26: Aber ich habe auch eine Hauptfigur in dem Roman, die eben Rettungshelfer ist.
00:47:31: Und dem hast du ja gerade vorher gesprochen, der Muslime ist.
00:47:34: Und es hat mich dann doch gefreut, dass auch die Presse und die Kritiken und die Beiträge in Rundfunk und Fernsehen usw.
00:47:41: alle sehr, sehr positiv und kein einziger hat das also nicht diese Differenzierung gesehen zwischen den Extremisten und dem bei uns lebenden Muslime.
00:47:52: Hattest du nach dem zweiten Roman irgendwelche Androhungen?
00:47:59: Ja, bei meinen unangenehme, sehr unangenehme Kommentare im Internet oder Zuschriften über E-Mail oder so, die gab es natürlich.
00:48:09: Und dazu derzeit gerade auch der Lübke auf seinem Anwesen erschossen worden ist von einem Neonazi.
00:48:17: hatten wir natürlich ein extrem ungutes Gefühl, wenn wir bei uns im kleinen Rhein-Eckhaus im Garten in Münchensrasen in der Nacht und haben noch ein Gläschen Wein zusammengedrunken.
00:48:27: Also da war dann auch so, dass wir bei... Man muss wissen... Wir sind in einem Alter, wo es noch die gelben Seiten, das Telefonbuch gab und alle Adressen der gelben Seiten sind eins zu eins ins Internet übertragen worden.
00:48:39: Und inzwischen mehrfach kopiert auf verschiedensten Plattformen.
00:48:43: Man musste also wirklich nur einmal kurz meinen Namen eingeben, um meine Privatadresse zu haben.
00:48:48: Und das hat dann doch dazu geführt, dass sie gesagt haben, komm, nachdem der Jüngste jetzt auch studiert hat, wir brechen unsere Zelte in München ab und ziehen ganz in Cognito irgendwo in die Berge.
00:48:59: Also, es war schon ein mulmiges Gefühl.
00:49:02: Also, persönlich ist mir nichts angedroht worden, also tatsächlich in real, sondern nur übers Internet.
00:49:12: Und da ist natürlich jeder sehr viel stärker und mutiger, als wenn es dann tatsächlich darum geht, jemandem was zu tun.
00:49:16: Aber die Möglichkeit war dann doch größer als beim... bei den meisten Menschen, dass irgendjemand uns mal überfällt oder das heißt mal, das Auto kaputt macht oder so.
00:49:29: Also die Bedrohungsangst war auf jeden Fall da.
00:49:35: Und da seid ihr dann aber damit umgegangen, dass ihr tatsächlich gesagt habt, wir ziehen jetzt irgendwo hin, wo es schön ist, wo es uns gefällt und wo uns keiner kennt oder wo
00:49:43: uns keiner findet.
00:49:43: Das war wirklich die Konsequenz, das musste man schon machen, weil es sonst Weißt du, du musst ja auch nicht Belegenheit machen, Diebe.
00:49:51: Du musst ja nicht auf dem goldenen Präsentierteller irgendwo mitten in München sitzen und jeder, jetzt gerade nachdem ich auch noch die Islamisten aufs Korn genommen hab und zwar ganz gewaltig, also ich würde, glaube ich, sagen, dass ich denen noch stärker auf den Fuß getreten bin als der Neonazis.
00:50:05: und du willst einfach auch nicht, dass du, dass irgendein so ein verrückter Extremist, egal aus welcher Ecke, dann ... Das heißt nur, dass er dich anspuckt und im schlimmsten Fall ist, dass er auf dich schießt oder dir ein Messer inzwischen die Rippen schießt.
00:50:22: Ja, diese eine Stelle im Höllenfeuer, wo der Polizist am Bett des sterbenden Attenteters ist oder das noch am Leben sein in Attenteters ist.
00:50:30: Das, was er dazu ihm sagt, da habe ich auch gedacht, oh, da machst du dir keine Freunde, sondern mystische Szene.
00:50:38: Das ist eine meiner Lieblingsstellen gewesen, weil ich gedacht habe, er hat genau die richtigen Worte in dem Moment gefunden.
00:50:44: Ja.
00:50:46: Ja, was mich noch interessieren würde, du hast jetzt schon sehr viel auch darüber erzählt, wie du recherchiert hast und so was und wie es zu diesen Büchern gekommen ist.
00:51:00: Wenn du jetzt schreibst, das ist jetzt dein Berufsschriftsteller.
00:51:05: Und jetzt hast du, jetzt bist du gerade an dem nächsten Roman auch schon.
00:51:11: Da hast du erzählt, du warst auf Klausur.
00:51:13: Das heißt, du hast dich zurückgezogen in eine ruhige Hütte irgendwo in den Bergen, ohne Internet, ohne Strom, ohne fließend Wasser und ohne Menschen um sich herum, dass dir so langweilig wird, dass du einfach nur schreibst.
00:51:24: Kann man das so sagen?
00:51:26: Ja, ja.
00:51:26: Wie organisierst
00:51:27: du deinen Schreibtag, dass du ... dass du vorankommst, weil das erste Buch hat zwanzig oder zehn Jahre gedauert, und dann ging es ja relativ schnell.
00:51:37: Waren da, glaube ich, nur zwei Jahre.
00:51:38: Das heißt, die Recherche ab.
00:51:40: Recherchearbeit geht auch schneller.
00:51:43: Hast du dann ein Team?
00:51:44: Also, wie organisierst du das, wenn du deinen nächsten sechshundert Seiten besteller schreibst?
00:51:49: Also, es ist so, dass ich ungefähr immer zwei Jahre jetzt für den Roman brauche.
00:51:54: Und davon geht mit Sicherheit ein Jahr für die Recherche darauf und für dieses Plotten der Story.
00:52:00: Also du musst ja die Story erst finden und dann über die Story wirst du ja erst freigegeben.
00:52:05: Das heißt, dann musst du sie dem Verlag geben.
00:52:07: Dann muss der Verlag sagen, wir könnten uns das als Buch vorstellen.
00:52:11: Nur weil du gerade schon ein Buch veröffentlicht hast, heißt es nicht, dass sie das nächste Buch veröffentlicht.
00:52:16: Und du musst ja also über ein Exposé von deinem nächsten Stoff überzeugen.
00:52:21: Und dann musst du, wenn dieses Exposé hat, zehn Seiten oder so.
00:52:26: Und dann musst du eben das Ganze mit Leben füllen.
00:52:30: Dann werden sie irgendwann dreißig oder vierzig Seiten eben mit Recherche füttern, damit alles, was da drin vorkommt, zumindest bei mir, weil du kannst ja auch einfach ein Kriminalroman schreiben über irgendeinen Massenmörder, der von einem Polizisten gejagt wird.
00:52:44: Dann ist die Recherche wahrscheinlich nicht so aufwendig, wie wenn du halt so politische Stoffe anpackst.
00:52:49: Und dann hast du relativ kleine Rechercheaufwand und kannst sofort loslegen.
00:52:55: Und kannst ... dann beim Schreibprozess wahrscheinlich einfach mal googeln, um irgendwas zu finden.
00:53:00: Und gerade zum Beispiel bei meinem neuen Roman.
00:53:03: Da ist auch die Luftwaffe stark involviert gewesen und das Bundeskanzleramt, das Pressechor dort und die Luftverteidigung auf UDEM.
00:53:12: Und ich weiß nicht, was der Fliegerhorst in Neuburg an der Donau, Luftgeschwarrer, die also die Eurofighter hoch schicken, wenn es darum geht, den Luftraum zu sichern, etc.
00:53:24: Und das kannst du einfach, das sind so viele Sicherheitsbestimmungen dabei.
00:53:27: Wie funktioniert überhaupt die ganze Lüfterwehren, Flugsicherung in Deutschland?
00:53:31: Wie ist die mit der NATO koppelt, welche Generelle haben wann, was zu sagen, etc.
00:53:36: Und davon handelt ein Großteil des nächsten Buches.
00:53:39: und das kannst du halt nicht einfach über Google regeln.
00:53:41: Das kannst du erst mal in das Explosier reinschreiben, in eine paar Zahlen und dann musst du aber später sagen, okay, funktioniert das überhaupt?
00:53:50: Was du da alles geschrieben hast, weil du ... Du stellst dir halt so Sachen so vor, die du halt in irgendwelchen spannenden US-Blockbars dann gesehen hast, das vielleicht auch Top Gun gesehen und so weiter.
00:54:01: Wie sprechen die miteinander?
00:54:03: Und dann erfährst du natürlich, dass es halt komplett anders ist.
00:54:07: Die Rahmenhandlung bleibt dieselbe.
00:54:09: Aber wie du sie ausfüllst, wird dann dadurch sehr, sehr viel spannend und es ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, weil du plötzlich erfährst, wie die Realität aussieht.
00:54:22: Dadurch ergeben sich neue Handlungsstrengen, neue Figuren, neue spannende Dinge.
00:54:29: Wenn das abgeschlossen ist, die ganze Recherchearbeit, dann muss man natürlich irgendwo hinfahren, muss auch mal in einem, was war es sich zum Beispiel, in einem Tower von einem Flughafen drin gewesen sein.
00:54:39: Da muss nach Uyden.
00:54:41: oder ich war zum Beispiel ein Handlungsstrangspiel in Dublin.
00:54:44: Ich kann nicht ein wichtiger Handlungsstrang, ich kann nicht über Dublin schreiben und auch über Nordirland war ich dann auch über die IRA und so weiter, wenn du nicht vor Ort warst, wenn du das nicht alles erlebt hast.
00:54:57: Ein Teil spielt diesmal in Tokio und da denkante ich wiederum, musste mir aber ein Japan-Expertin suchen für das heutige Tokio, weil ich nie mal schnell nach Tokio fliegen konnte und so weiter.
00:55:07: Also wenn das alles abgeschlossen ist, wenn du also einen Wust, ich nehme alle Videos und alle Audios, die ich aufzeichne, typ ich quasi dann später ab, mache mir so Arbeitspapiere, in denen Kurzfassungen zu verschiedenen Fragen und Thesen drinstehen.
00:55:21: Und wenn du diesen riesigen Menge an Material hast, ich habe natürlich keine Mitarbeiter, dann musst du dich erstmal irgendwo zurückziehen.
00:55:32: Und dann reicht es auch nicht, dass ich jetzt schon in den Bergen lebe.
00:55:35: Da geht es nicht um die Berge, sondern hier ist einfach, da kommen die Nachbarn vorbei und die Frau sagt, Mensch, der Wetter ist so schön.
00:55:41: Lass uns mal da Dissernsienes machen.
00:55:43: Du kriegst Einladung.
00:55:44: Der mitten im Schreibprozess läutet jeden Tag zweimal der UPS-Mann, der halt keine Ahnung, was von Amazon oder sonst wobei bringt.
00:55:52: Egal, hier ist immer das Leben oder die Kinder kommen auf Besuch und so.
00:55:55: Also, wenn du so ein... Riesen Material.
00:55:58: Und ich glaube, ich habe noch nie so viel recherchiert wie jetzt zu meinem nächsten Roman und auch noch nie so viel Material zusammengesammelt.
00:56:03: Nicht mal bei Türmschatten.
00:56:05: Und wenn du dieses ganze Material sortieren und in dein Kopf für eine spannende Handlung aufbereiten möchtest, dann brauchst du totale Konzentration.
00:56:14: Und das Schlimmste, der größte Feind der Konzentration ist der Wunsch, dich selbst abzulenken.
00:56:20: Also du sitzt irgendwo Und denkst dir, komm jetzt, guckst du dann in E-Mails rein oder ah, was könnt ihr denn, das Buch lesen?
00:56:28: und das geht sogar so weit.
00:56:29: Das sagt, heute muss ich, was ich sonst nie mache, vielleicht müsste ich mal schauen, ob ich mir neue Hosen bestelle und den Schrank aufräumen.
00:56:38: und du suchst verzweifelt nach Möglichkeiten, dich nicht an den Rechner zu setzen, um zu schreiben.
00:56:46: Du, das ist nicht bewusst, also du sagst nicht, ich will nicht schreiben, sondern du sagst.
00:56:51: Ich will schreiben, aber das ist jetzt gerade im Augenblick viel wichtiger.
00:56:53: Das andere ist gerade viel wichtiger und das sind eigentlich bei mir gibt es keine Schreibblockaden.
00:57:00: Es gibt so dieses ganz geschickte Ausweichen vor der Verantwortung und dagegen hilft nur dir selbst Vorgaben zu machen.
00:57:12: Dadurch, dass ich ja jetzt Verträge habe, anders als bei Turmschatten, wo ich ja nur für mich geschrieben habe, habe ich ein Abgabetermin.
00:57:17: Und ich weiß genau, in dem Fall ist es der einunddreißigste Oktober, bis dahin müssen sechshundert Seiten fertig sein.
00:57:23: Und das ist ein Pensum.
00:57:26: Also du teilst dann irgendwann die noch verbleibende Zeit, geteilt durch die Monate, sagst.
00:57:31: Und jetzt teile ich es durch die Wochen und dann bist du irgendwann auf einem Tag.
00:57:34: Ich muss also so und so viele Seiten pro Tag schaffen.
00:57:37: Und wenn du einen Tag nicht schreibst, dann musst du am nächsten Tag doppelt so viel schaffen.
00:57:41: Und das ist tatsächlich die einzige Möglichkeit, um pünktlich abzugeben.
00:57:50: Und wieso schreibst du das Buch nicht zuerst und suchst dir dann einen Verlag?
00:57:55: Naja, das ist natürlich heute so, dass dahinter eine riesen Marketingkette steckt.
00:57:59: Wenn du schon mal ein etablierter Autor bist, dann kriegst du zum einen natürlich einen Vorschuss auf den nächsten Roman, während es wahrscheinlich beim ersten Roman da ist ausschließlich das Vertrag gemacht worden und die Bedingungen waren, wenn wir es denn dann verkaufen, kriegst du pro Buch eine Beteiligung.
00:58:18: Wir gehen nicht ins Risiko.
00:58:20: Wenn du ein etablierter Autor bist, dann kriegst du einen Vorschuss und ob die dann das Geld wieder einspielen oder nicht?
00:58:27: den Vorschuss darfst du natürlich behalten.
00:58:29: Und je nachdem wie erfolgreich du bist, wird der Vorschuss auch höher, weil sie sich ja mehr Hoffnungen machen.
00:58:35: Und durch dieses mehr Hoffnungen machen bedeutet auch, dass sie vielleicht von Anfang an, das müssen sie sehr früh planen, ganz andere Marketing-Maschinerie dahinter setzen.
00:58:45: Bis hin zu einem Außendienst, der überzeugt werden muss, sehr früh überzeugt werden muss, dann muss es in die Buchvorschau rein, dass der Buchhändler weiß, Mensch, da kommen.
00:58:55: Und pro Halbjahr kommt eine Buchforschau raus, indem die Verlage all ihre Romane und Bücher, egal ob Sachbücher etc.
00:59:04: alles präsentieren.
00:59:05: Und das sind bei großen Verlagen schon deutlich an die über hundert Stück.
00:59:10: Und dann kriegen halt manche Bücher, kriegen halt eine besondere Aufmerksamkeit.
00:59:17: Das sind dann die sogenannten Spitzentitel.
00:59:19: Und natürlich liest als erstes, sowohl der Händler als auch der Außendienstmitarbeiter, der später beim Händler steht, alle reden erst mal über die sogenannten Spitzentitel.
00:59:29: Und wenn du da dazugehörst, dann, dann, das hatte ich übrigens bis jetzt noch nicht bei meinem nächsten Roman, ist ein sogenanntes Spitzentitel, dann wollen die natürlich die Vorlaufzeit haben, um alles wirklich planen zu können.
00:59:43: Also auch... Die sind jetzt wohl lang fertig, wenn schon dabei an der Cover-Erstellung, weil auch das Cover ist dann in den ersten Pressemitteilungen, in der erster Buchvorschau, muss ja das Cover dran sein.
00:59:53: Also das Ganze braucht eine riesen Volllaufzeit.
00:59:57: Du hast gerade im Nebensatz erwähnt, du liefst selbst auch noch?
01:00:00: Ja.
01:00:01: Liest du nur zur Recherche oder liest du auch mal zur Entspannung oder dich um dich von anderen Autoren?
01:00:06: Ich bin ganz für dich zu lassen.
01:00:08: Ich lese vier, fünf Bücher gleichzeitig.
01:00:11: Das gehört bei mir auch immer zu den Ablenkungen.
01:00:14: Das ist wie in jedem Raum liegt ein Buch, das ich angefangen habe.
01:00:17: Und ja, also das ist zur Recherche lese ich da selten, weil die Dinge, die mich jetzt gerade aktuell interessieren, die findest du nicht in einem Buch und in einem Buch, also auch nicht in einem Sachbuch, sondern du musst einfach, ich will auch nicht mehr mit den Menschen kennenzulernen.
01:00:38: Bei mir geht es zum Beispiel um einen Piloten, der eine sehr heikle Aufgabe hat, einen Eurofighter-Piloten, der für die NATO und für die Deutsche Luftwaffe unterwegs ist.
01:00:48: und mich interessiert dann natürlich... Auch der Mensch selbst, also was sagt denn dem seine Frau über seinen Beruf?
01:00:54: Wie ist er Pilot geworden?
01:00:56: Welche Auffassungen hat er?
01:00:59: Wie lebt man als... Pilot überhaupt.
01:01:03: Welche Arbeitszeiten hat man da?
01:01:05: Etc.
01:01:05: Etc.
01:01:06: Welche Hobbys hat ein Pilot?
01:01:07: Also die Figuren will ich deshalb kennenlernen, weil ich den ein oder anderen schon als Blaupause und als Vorlage für die Figuren in meinem Roman nehme.
01:01:16: Das sage ich denen auch.
01:01:18: Natürlich nicht eins zu eins, aber ein Großteil davon, weil sie dadurch einfach glaubwürdiger werden.
01:01:23: Und das geht hier von derjenigen los, die in Tokio für die PsiA-Arbeiter, das ist der japanische Geheimdienst, und dort in der Organisation für Cybercrime.
01:01:37: Und da muss sich eben die Person auch kennenlernen, genauso der Pilot oder jemand, der im Pressecourt beim Bundeskanzlerarbeit arbeitet.
01:01:46: Also mich interessiert nicht nur das fachliche, was die tun, sondern auch das menschliche drum herum.
01:01:53: Und deswegen, das findest du im Buch nicht.
01:01:56: Jetzt rufst du beim Bundeskanzleramt und sagst verlor, ich bin der Peter Grandel.
01:01:59: Ich schreib grad ein Buch und ich hab mal ein paar Fragen.
01:02:02: Nee, so läuft es nicht, sondern dadurch, dass sich ja schon ein paar Bücher geschrieben hat, es geht immer am Anfang um den Ersten.
01:02:11: Also sagen wir mal zum Beispiel hier bei der Luftverteidigung in Uedem, da hab ich angeschrieben über die Pressemitteilung, wer ich bin, was ich mach, was ich.
01:02:21: Und ich hatte Glück, dass der, der das gelesen hat, dort gesagt hat, Mensch, Das kenne ich, Tür im Schatten habe ich gelesen, was wollen sie denn wissen.
01:02:28: Und dann habe ich den ersten Kontakt.
01:02:31: Und dann wirst du natürlich durchleuchtet, was in meinem Fall nicht mal ganz so schwer ist, wie wir als unbekannter Autor, dann kriegst du eine Sicherheitsreigabe und dann bist du plötzlich mit irgendwelchen... generellen im Telefon-Call.
01:02:48: Und da kommen dann Fragen auf, die die nicht beantworten können.
01:02:50: Und dann heißt es, da stellen wir ihnen ein Draht herzu sowieso sowieso.
01:02:55: Und dann landest du nach der dritten oder vierten Stufe, weil das ist dann so ein Netz, das anfängt, plötzlich halt beim Presse-Körper im Bundeskanzleramt und stellst dann da deine Fragen.
01:03:05: Und dann geht es auch da wieder so, dass das manchmal sagen wir, Das dürfen wir nicht beantworten.
01:03:11: Bei Höllenfeuer war es interessant, weil ich da auch mit dem Ministerium und mit der Organisation zu tun hatte, dort die leitende Oberbezirksräte und die dann halt am Anfang ganz steif war noch und dass ich später mit ihr dann mehr dran gearbeitet habe und wir uns auch in einem Café getroffen haben.
01:03:32: dann wurden halt auch so Sätze laut, wie aber von mir haben sie das nicht.
01:03:40: Da bin ich dann auch sehr sensibel im Umgang mit solchen Daten.
01:03:43: und das passiert natürlich immer, wenn du dann halt länger und persönlicher mit den Kontakten verbringst und dann erfährst du halt auch so Sachen und sagt, jetzt müssen sie sich jetzt... zusammenereimen.
01:03:55: Ich sage Ihnen mal, was ich sagen darf.
01:03:57: Und dann müssen Sie halt noch aus eins und eins, zwei machen.
01:04:01: So.
01:04:02: Und das sind sehr, sehr viele spannende politische Aspekte drin im nächsten Buch, die halt brisant sind.
01:04:09: Genau.
01:04:10: Und das kostet Zeit.
01:04:12: Dann ließ dann unsere Bundesregierung deinen Roman, damit Sie wissen, was in den nächsten zehn Jahren in Deutschland passieren wird.
01:04:18: Weil Sie ... Was noch ein
01:04:21: bisschen ... Ganz tatsächlich, was ganz spannend war, ist ... dass, wie ich bei dem Luftgeschwader, die Bundeswehr dann tatsächlich noch eine Pressefotografin geschickt.
01:04:32: Weil sie gesagt haben, wenn uns das Buch gefällt, und ich hoffe, dass es ihnen gefällt, wenn der uns jetzt nicht total in die Pfanne haut, dann könnten die sich auch vorstellen, dass sie selbst vielleicht eine Pressemitteilung rausgeben.
01:04:44: Und dann wurden da also, was auch selten passiert, also die sind ja alles... Einsatzbereite für Noteinsatz Rotten, also zwei Jäger sind eine Rotte.
01:04:55: und dann durfte dann trotzdem von meiner Person vor einem scharf geschalteten Eurofighter, also es heißt wirklich mit echter Bewaffnung, dann Pressefotos gemacht werden zusammen mit den Piloten und so und das war schon eine Ehre, also war schon schön.
01:05:09: Ja toll, da sind bestimmt auch viele spannende Kontakte entstanden, hast du zu manchen auch noch im Nachgang Kontakt, dass du sagst, Man hat sich getroffen, kennengelernt über die Recherche für ein Buch, aber so später nochmal sich über den Weg gelaufen.
01:05:24: Ja, das ist schon so, dass gerade die engen Kontakte in all den Büchern sind dann schon Figuren, wo du dann den Kontakt hast, die dann auch zukünftigen Lesungen kommen oder mal dich einladen zu irgendeiner Familienfeier oder so.
01:05:37: Das ist schon ein freundschaftlicher Kontakt.
01:05:42: Ja, Peter, vielen Dank für dieses wirklich für diese spannende Erzählung aus seiner Arbeit.
01:05:52: Wenn man jetzt dir folgen möchte und wissen möchte, wann das nächste Buch rauskommt, das schon gesagt, im Oktober wird das mal nur Skript abgeliefert, dann ist es wahrscheinlich so...
01:06:01: Leipziger Buchmeister, twenty-fünf.
01:06:02: Genau, also mehr zerfrühen.
01:06:06: Okay, bis dahin kann man eben Turm, Schatten, Turm, Gold und Höllenfeuer schon mal lesen.
01:06:15: Wenn man dir folgen möchte, wo findet man dich?
01:06:17: Ich habe dich über LinkedIn gefunden.
01:06:18: Wo bist du unterwegs?
01:06:20: Und tatsächlich einfach unter meinem Namen auf Facebook und auf Instagram.
01:06:24: Also ich muss natürlich, weil viele der Leser und Leserinnen sind, natürlich junge Generationen und die holst du am besten über diese klassischen Social Media Plattformen ab.
01:06:36: Und da gebe ich mir auch Mühe.
01:06:38: Also ich will jetzt auch so ein bisschen über die Entstehung von dieser Fernsehserie, die da jetzt dann Es sind kleine Videos machen.
01:06:45: und wenn ich zum Beispiel in Italien war und dort geschrieben habe an dem neuen Roman, dann habe ich da natürlich immer wieder Beiträge gemacht.
01:06:57: Man muss als Autor ein bisschen nahbar sein.
01:07:00: Man muss zeigen, wie läuft all das, was du in Fragen gekleidet hast.
01:07:06: wird sehr, sehr oft natürlich auch von den Lesern und Lesern gefragt und das setzt du dann in kleine Clips um.
01:07:12: Also ich bin jetzt nicht derjenige, der... Jedes Mal nur ein Post machen und sagen, hier ist mein neues Buch und hier ist mein Buch.
01:07:18: Und übrigens ein Buch, Buch, Buch.
01:07:20: So ein eigentlich mehr so über das Leben, das so ein Autor führt und wie er sich an seine Stoffe herantastet.
01:07:25: Wie ich zum Beispiel jetzt bei dem Fliegerhorst war oder wie ich in Dublin war, dann gibt es da eben kleine Clips und Beschreibungen und man kann jetzt schon auf Instagram den Piloten kennenlernen, so der mir zu allen bei geholfen hat.
01:07:37: und ja, solche Dinge.
01:07:38: Einfach um so so ein bisschen die Vorfreude auf dem nächsten Roman zu füttern.
01:07:44: Prima.
01:07:46: Peter, vielen herzlichen Dank für das Interview.
01:07:48: Ich fand es super spannend.
01:07:49: Ich kann wirklich sagen, ich mache diesen Podcast, glaube ich, seit vier Jahren, aber es war das spannendste Interview, das ich bislang geführt habe, und das meine ich ehrlich so.
01:07:56: Oh,
01:07:56: vielen Dank.
01:07:57: Ja, und dann wünsche ich dir weiterhin alles Gute, auch, dass deine Frau eine treue Leserin deiner Bücher ist und ihr euch da gemeinsam an den Erfolg erfreuen könnt.
01:08:11: Liebe Grüße.
01:08:12: Für dir?
01:08:12: Ein Hinweis habe ich noch, weil du ja vor allen Dingen über LinkedIn das Ganze machst.
01:08:16: Also ich biete mich auch immer wieder an, gerade zum Beispiel bei Firmenveranstaltungen zu lesen und auch natürlich über diese gesamte Geschichte, die wir jetzt hier abgehandelt haben, etwas zu erzählen und also diesen Werdegang als Autor raus aus der Industrie, rein in die Schriftstellerei.
01:08:34: und dann lese ich natürlich auch noch aus den Büchern und bin da hin und wieder, also nicht nur in Schulen unterwegs, sondern auch so irgendwie welchen Schulungen von Führungsmitarbeitern etc.
01:08:46: aber auch auf irgendwelchen Feierlichkeiten, weil sie ja nicht der romane Mittelpunkt steht, sondern diese ganze, ich nenne es jetzt mal Erfolgsgeschichte und das wollte ich dir nur an die Hand geben.
01:08:57: Also man kann jederzeit auch mich kontaktieren und sagen Mensch wollen sie nicht zu unserer Firmenveranstaltung sowieso kommen.
01:09:03: Okay, also dann vorzugsweise wahrscheinlich über LinkedIn, weil da die
01:09:07: Geschäftsleute
01:09:07: sind, prima.
01:09:08: Dann werde ich mal, wenn ich jetzt dein Buch dann demnächst promote, werde ich dann auf LinkedIn auch mal entsprechend darauf hinweisen.
01:09:16: Super, danke.
01:09:18: Vielen herzlichen Dank.
01:09:19: Danke dir und bis dann.
01:09:21: Tschüss, Servus.
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